Porsche SE rechnet mit hohen Gewinnen

Anleger fordern vor Gericht Milliarden EUR Schadenersatz von der Porsche Holding. Doch die frühere Porsche-Mutter rechnet trotzdem mit hohen Gewinnen.Ungeachtet hoher Schadenersatzforderungen von Anlegern rechnet die Porsche Holding auch in den kommenden Jahren mit Milliardengewinnen. Sowohl 2013 als auch 2014 gehe er von einem Konzernergebnis im niedrigen einstelligen Milliardenbereich aus, sagte Porsche-SE-Vorsitzender und VW-Chef Martin Winterkorn gestern in Stuttgart.

Das Risiko möglicher Schadenersatzforderungen hat Porsche finanziell nicht eingeplant. Porsche halte sämtliche noch anhängigen Klagen weiter für unbegründet, sagte Winterkorn. Wegen der gescheiterten Übernahmeschlacht mit VW hat Porsche noch Milliardenklagen in den USA und am Landgericht Braunschweig auszufechten. Anleger und Fonds sahen sich damals falsch informiert und fordern Schadenersatz.

Es seien zwar "durchaus noch ansehnliche Beträge in der Welt", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Bisher hat der Konzern in seiner Bilanz aber lediglich 41 Mio. EUR für Anwalts- und Beratungskosten zurückgestellt. Damit sei Porsche sehr gut abgedeckt, sagte Pötsch. Die Holding bemüht sich, die Prozesse aus dem Ausland - darunter auch ein anstehendes Verfahren in Großbritannien - nach Deutschland zu holen. Erst kürzlich hatten mehrere Fonds ihre Berufung vor einem US-Gericht zurückgezogen und verfolgen ihre Ansprüche nun nur noch in Braunschweig.

2012 hat die Porsche SE nach Verkauf des Sportwagenherstellers Porsche AG an Volkswagen 7,83 Mrd. EUR Gewinn eingefahren und ihren Schuldenberg komplett abgetragen. Ende 2012 hatte die Holding 2,6 Mrd. EUR in der Kasse, nach 1,5 Mrd. EUR Schulden im Jahr zuvor.

Das Geld soll in Beteiligungen rund um die Autoproduktion gesteckt werden, sagte Winterkorn. "Konkret geht es beispielsweise um neue Antriebskonzepte und Werkstoffe sowie Technologien für Fahrzeugsicherheit und Konnektivität."

Die Porsche SE tritt inzwischen als Investmentfirma auf, ist bisher aber nur mit knapp 51 Prozent an VW beteiligt und lebt damit vom Erfolg des Autobauers.
© Südwest Presse 20.03.2013 07:45
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