BMW bremst nach Rekordjahr Euphorie

Konzernergebnis stagniert 2013
"Autoverkaufen ist derzeit harte Arbeit", sagt BMW-Chef Reithofer. Nach dem Rekordjahr 2012 gibt sich der Manager zurückhaltend.Dieses Jahr wird für BMW kein Selbstläufer. Der Autobauer dämpft nach einem weiteren Rekordjahr für 2013 die Hoffnung auf weiter wachsende Gewinne. Zwar wolle der Autobauer auch in diesem Jahr wieder Bestwerte beim Verkauf erzielen, mehr Geld werden die Münchner aber möglicherweise damit nicht verdienen. Wie die Rivalen Audi oder Daimler hält sich BMW mit Prognosen eher zurück. Zu groß ist die Ungewissheit, die von der Autokrise in Europa und der unsicheren Lage in vielen Wachstumsmärkten ausgeht.

Zudem müssen die Konzerne viel Geld in die Hand nehmen, um Modelle zu entwickeln, die ihnen helfen, die Abgasnormen der EU bis 2020 zu erfüllen. "Angesichts hoher Aufwendungen für neue Technologien und Modelle sowie Investitionen in das Produktionsnetzwerk erwarten wir ein Konzernergebnis vor Steuern in der Größenordnung des Jahres 2012", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer.

Insgesamt geht es dem Oberklassehersteller vor allem dank der Geschäfte in China oder den USA blendend. 2012 übertraf BMW das bisherige Rekordjahr 2011: Unter dem Strich verdiente der Konzern 5,1 Mrd. EUR, ein Plus von 4 Prozent. Der Umsatz kletterte um 11,7 Prozent auf knapp 77 Mrd. EUR. Vor allem hat BMW 2012 so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Weltweit lieferten die Münchner 1,845 Mio. Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus. Das waren fast 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bis 2016 will der Konzern 2 Mio. Wagen absetzen, ein Ziel, das inzwischen auch früher erreichbar scheint. Um diese Marke zu erreichen, müssten die Bayern ihren Absatz in diesen vier Jahren jährlich um rund 2 Prozent steigern - angesichts der Zuwachsraten der vergangenen Jahre erscheint das als eine überschaubare Herausforderung. Allerdings hält die Konzernführung bisher weiter am Ziel 2016 fest.

Wenig Hoffnung hat BMW wie die meisten Hersteller für Europa. Zwar schneiden die Oberklassehersteller besser ab, eine schnelle Erholung erwartet aber kaum ein Manager. Im Februar brach der Neuwagenabsatz in der EU um 10 Prozent auf 795 000 Autos ein - der schlechteste Februar-Wert bislang. Auch in Deutschland rauschten die Verkäufe nach unten, selbst in den bereits am Boden liegenden Automärkten Spanien und Italien gingen die Zahlen weiter zurück.
© Südwest Presse 20.03.2013 07:45
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