Staatsanwalt weitet bei Hess Ermittlungen aus

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ihre Untersuchungen wegen Verdachts der Bilanzmanipulation bei dem Leuchten-Spezialisten Hess AG ausgeweitet. Es werde inzwischen gegen 15 Personen ermittelt, sagte ein Sprecher. Neu seien Personen hinzugekommen, die möglicherweise Beihilfe zu Scheinrechnungen geleistet hätten. Ein Ende des Verfahrens sei nicht absehbar. Die Ermittler interessieren sich auch für ein Gutachten, das der Aufsichtsrat des in Villingen-Schwenningen ansässigen Unternehmens zu dem Vorwurf der geschönten Bilanz in Auftrag gegeben hatte.

Den Bericht werde die Staatsanwaltschaft anfordern, sagte deren Sprecher weiter. Wie berichtet hat es deutliche Fehler in der Bilanz gegeben. So war der Umsatz in den Jahren 2011 und 2012 um rund 24 Mio. EUR zu hoch angesetzt, der Gewinn 15 Mio. EUR zu hoch.

Die Veröffentlichung der Bilanz für 2012 wurde vorerst verschoben. Nach der Untersuchung müsse zunächst der Jahresabschluss für 2011 neu verfasst werden, hieß es. Das Restrukturierungsprogramm soll nun aufgrund der neuen Ergebnisse angepasst werden. Es wird im Laufe des Aprils vorgestellt. Hess hatte bereits angekündigt, 50 Mitarbeiter entlassen zu müssen, gut 40 am Stammsitz Villingen-Schwenningen. Weitere Entlassungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher.
© Südwest Presse 16.03.2013 07:45
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