Bankenrettung: 100 Millionen Euro Honorar

Die Stabilisierung deutscher Banken im Zuge der Finanzkrise hat Anwälten und Beratern Millionen-Einnahmen beschert. Die Verwalter des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin haben fast 100 Mio. EUR für externe Beratungsaufträge ausgegeben. Das geht aus einer Übersicht des Finanzministeriums hervor. Den Steuerzahlern seien keine Kosten entstanden, die Ausgaben für Beratungsleistungen seien an die Banken weitergeleitet worden, betonten die für den Soffin zuständige Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) und das Finanzministerium.

89 Prozent der Kosten seien von gestützten Instituten und Abwicklungsanstalten getragen worden. Etwa 2,4 Prozent würden vom Restrukturierungsfonds beglichen, der von Banken finanziert wird. Der Rest werde abgedeckt durch eine Pauschale der Hilfsempfänger. "Gelder aus dem Bundeshaushalt sind gar nicht geflossen", betonte Ministeriumssprecher Martin Kotthaus.

Die meisten Kosten seien beim Aufbau des Rettungsfonds angefallen. Externer Rat sei ausdrücklich vorgesehen worden angesichts der Risiken. Auf der Liste der beauftragten Dienstleister stehen neben renommiertem Kanzleien und Unternehmensberatern auch einige große Banken.

Der Soffin war im Herbst 2008 gegründet worden. Er hilft angeschlagenen Banken mit Garantien und Finanzspritzen.
© Südwest Presse 07.03.2013 07:45
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