Kampf gegen Staus in Stuttgart

IHK will, dass Stadt in Technik investiert
Stuttgart erstickt im Verkehr. Die dortige IHK hat eine Studie in Auftrag gegeben und macht Vorschläge, wie der Lieferverkehr verbessert werden kann.Verbraucher wollen in Stuttgart einkaufen, Händler brauchen Ware und Unternehmen Material. Zudem müssen Güter transportiert und Müll entsorgt werden, Dienstleister wollen für ihre Kunden erreichbar sein. All diese Vorgänge zählen zum Güter- und Wirtschaftsverkehr.

Darunter leidet die Landeshauptstadt nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart stark. "Die Lage ist prekär. Bestellte Ware kann nicht pünktlich zugestellt werden, weil kein Durchkommen ist", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter. Deswegen hat die IHK die PTV Group beauftragt, eine Studie zu erarbeiten. Darin sind Empfehlungen für die Stadt enthalten, wie vor allem der Wirtschaftsverkehr verbessert werden kann. Dazu zählen Fahrten von Paketdiensten, Handwerkern oder klassische Warenlieferungen.

Zwar würden durch diesen Wirtschaftsverkehr nur etwa 30 Prozent des Verkehrs in der Region Stuttgart verursacht. Das reiche jedoch, um die Infrastruktur zu überlasten. Parkplätze seien nicht in ausreichender Menge vorhanden. "All das führt zu Stress und zu Mehraufwand und verursacht zusätzliche Kosten für die Unternehmen", sagt IHK-Chef Richter. Politik, Verwaltung und Wirtschaft müssten das Problem gemeinsam anpacken.

Für die Studie wurden verschiedene Stuttgarter Unternehmen befragt und bestehende Strukturen in anderen Städten Europas analysiert. Wichtig sei es, die Anlieferzeiten in den Fußgängerzonen an die Bedürfnisse der dort ansässigen Händler anzupassen, sagt Richter. Auch eine innovative Alternative zu Lastwagen kann er sich vorstellen. Mit Hilfe von Lasträdern oder kleinen Elektrofahrzeugen könnten beispielsweise Lieferungen aus Depots, die am Rande von schlecht zugänglichen Innenstadtbereichen liegen, zugestellt werden.

Die Landeshauptstadt müsse in Technik investieren, fordert die IHK weiter. Damit könnten Informationen an die Verkehrsteilnehmer weitergeleitet und Staus vermieden werden.

Außerdem wünscht sich IHK-Hauptgeschäftsführer Richter, dass in der Stadtverwaltung die Stelle eines Wirtschaftsbeauftragten geschaffen wird. Dieser könnte die erste Anlaufstelle für Firmen sein, die etwas ändern wollen.
© Südwest Presse 27.12.2012 07:45
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