Roche geht es trotz Rabatts nicht schlecht

Hagen Pfundner, Chef der deutschen Pharma-Sparte des Schweizer Pharma-Konzerns Roche kann seinen Ärger nicht verhehlen. "Der Zwangsrabatt entbehrt mittlerweile jeder Grundlage und muss abgeschafft werden. Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nur gut. Sie ist luxuriös."

Während Roche in Deutschland 2012 erneut einen Zwangsrabatt auf seine Medikamente von 180 Mio. EUR gewähren muss, werde sich der Überschuss der Kassen bis Jahresende auf 30 Mrd. EUR summieren, sagte Pfundner bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen.

Schlecht geht es Roche in Deutschland deshalb nicht. Der Umsatz der beiden Sparten Diagnostics und Pharma stieg von Januar bis September um 3,9 Prozent auf 3,9 Mrd. EUR, wobei allein 2 Mrd. EUR auf konzerninterne Verkäufe an Roche-Töchter im Ausland entfallen. Über den Gewinn macht Pfundner keine Angaben.

Die Diagnostics-Sparte dagegen leidet vor allem unter der Konkurrenz von Billiganbietern aus Asien.

An seinen sieben deutschen Standorten mit den größten in Mannheim, dem bayrischen Penzberg und dem südbadischen Grenzach sowie auch in Berlin hat Roche bislang 163 Mio. EUR investiert. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um 300 auf rund 14 300 Ende September, davon 7700 in Mannheim, knapp 5000 in Penzberg und gut 1300 in Grenzach.
© Südwest Presse 19.10.2012 07:45
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