Spitzenbanker verdienen nicht mehr so viel

Commerzbank-Chef Martin Blessing hält die Vergütungen in der Bankenbranche immer noch in etlichen Fällen für zu hoch. 'Es wäre angemessen, das in Teilen übertrieben hohe Gehaltsniveau in der Finanzdienstleistungsbranche weltweit jenem der Industrie wieder anzunähern', sagte Blessing gestern auf einer Bankentagung in Frankfurt. Dann könne möglicherweise auch der Regulierungsdruck auf die Institute nachlassen.

Auch bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lässt sich nach Ansicht von Vorstandschef Ulrich Schröder das derzeitige durchschnittliche Gehaltsniveau im Unternehmen nicht durchhalten. 68 Prozent der Mitarbeiter würden übertariflich bezahlt. Das müsse sich künftig bei Neueinstellungen ändern, sagte Schröder.

Blessings Gehalt war bis 2011 wegen der Inanspruchnahme von Staatshilfe auf 500 000 EUR gedeckelt. In diesem Jahr dürfte er wieder deutlich mehr erhalten, nachdem die Bank den allergrößten Teil der Steuergelder zurückgezahlt hat. Auch die Deutsche Bank hat ihre Strukturen für die Vergütung nach dem Wechsel an der Spitze überarbeitet.

Bei der KfW liegen die Vorstandsgehälter bei 500 000 bis 600 000 EUR. 'Unser Finanzchef etwa könnte bei einer anderen Bank das Dreifache verdienen,' sagt Schröder. 68 Prozent der knapp 4800 Mitarbeiter würden über Tarif bezahlt.
© Südwest Presse 06.09.2012 07:45
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