Stadtwerke trotzen den Konzernen

Stadtwerke wollen ein großes Stück vom Energiewende-Kuchen haben und investieren Milliarden. Bei der Stromerzeugung legen sie zu.Die Stadtwerke trotzen den Energiekonzernen im Zuge der Energiewende zunehmend Marktanteile ab. Gemessen an der bis Ende 2011 installierten Gesamtleistung von 157 000 Megawatt stieg ihr Anteil von 9,8 Prozent (2010) auf 12,6 Prozent. Das geht aus neuen Zahlen des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) hervor. Als einen Grund nennt der VKU den Erwerb des Essener Versorgers Steag durch sieben Stadtwerke.

Bis 2020 wollen die Stadtwerke ihren Marktanteil auf 20 Prozent nahezu verdoppeln und Versorgern wie Eon, RWE, Vattenfall und ENBW bei der Neuordnung des Energiemarktes infolge des bis 2022 geplanten Atomausstiegs weitere Marktanteile abnehmen. Durch den Wandel hin zu einer kleinteiligeren, dezentralen Energieversorgung sehen die Stadtwerke neue Geschäftsfelder in diesem Bereich.

Allerdings sind die kommunalen Versorger bisher noch nicht gerade Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Bei der Eigenerzeugung liegt deren Anteil erst bei 10 Prozent, der Anteil konventioneller Anlagen wie Kohle- und Gaskraftwerken liegt hingegen bei rund 27 Prozent. Besonders bei der Energieproduktion in Kraftwerken, an denen Stadtwerke nur beteiligt sind, gibt es mit 70 Prozent noch ein deutliches Übergewicht der konventionellen Erzeugung.

VKU-Chef Hans-Joachim Reck forderte vernünftige Rahmenbedingungen, damit sich Gaskraftwerke rechnen. Sie würden als Ausgleich für die schwankende Wind- und Solarstromproduktion gebraucht, wenn bis 2022 das letzte AKW abgeschaltet wird.
© Südwest Presse 06.09.2012 07:45
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