Am Freitag beginnt der Ausverkauf Name Schlecker verschwindet für 'Ihr Platz'

  • Eine Name, den jeder kennt, verschwindet Stück für Stück. Fotos: dpa
Das wird wohl wieder ein großer Ansturm auf die Schlecker-Filialen: Der Ausverkauf beginnt am Freitag. Ihr Platz und Schlecker-XL und ihre 5000 Mitarbeiter haben dagegen einen neuen Eigentümer.Die Schlecker-Insolvenzverwaltung will alle Hebel in Bewegung setzen, um aus dem verbliebenen Vermögen der Familie von Anton Schlecker noch Geld herauszuholen. Die Schleckers besitzen laut 'Handelsblatt' noch bis zu 40 Mio. EUR. 'Die Insolvenzverwaltung prüft sehr genau, welche Transaktionen korrekt sind und welche rückgängig gemacht werden können', sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. In dem Fall würde dieses Geld in die Insolvenzmasse fließen.

Am Freitag beginnt der Ausverkauf mit Rabatten auf das gesamte Sortiment, die zwischen 30 und 50 Prozent betragen. Die anfänglichen Preisnachlässe werden dann schrittweise gesteigert. Der genaue Zeitraum dafür steht aber noch nicht fest. Das endgültige Schließen der Läden richte sich nach dem Erfolg des Abverkaufs, es solle aber auch ein endgültiges Datum für das Aus aller Geschäfte geben.

Sollte Anton Schlecker nach dem Insolvenzrecht beanstandbares Vermögen an Angehörige übertragen haben, könne die Insolvenzverwaltung diese bis zu fünf Jahre zurück problemlos rückbuchen. Grundsätzlich können die Transaktionen sogar bis zu zehn Jahre zurückverfolgt und beanstandet werden. Kreisen zufolge ist davon auszugehen, dass die Insolvenzverwaltung noch Geld von der Familie holen kann. Allerdings werde das vermutlich keine große Summe sein.

Die Millionen der Schleckers sei zum größten Teil im Besitz der Kinder, bestätigten Ex-Schlecker-Manager. Die Villa der Familie gehöre der Ehefrau Anton Schleckers, der in der Insolvenz mit seinem Privatvermögen haftet. Sein gesamtes Vermögen - privat und geschäftlich - ist bereits Teil der Insolvenzmasse. Die Frage ist nun, ob da noch mehr herauszuholen ist - etwa wegen Schenkungen aus der Vergangenheit.

Während 13 200 Schlecker-Mitarbeiter in eine unsichere Zukunft blicken, sind die Arbeitsplätze der rund 5000 Beschäftigte von Ihr Platz und Schlecker-XL offenbar gesichert. Es sollen weder Filialen geschlossen noch Stellen abgebaut werden, sagte Dubag-Chef Michael Schumann gestern.

Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Dubag hat Ihr Platz samt der 490 Filialen bereits gekauft. Dazu übernimmt sie jetzt 342 Schlecker-XL-Märkte. Dem Deal müssen die Gläubiger noch zustimmen, der Gläubigerausschuss habe bereits grünes Licht gegeben, sagte Schumann. Über den Preis machte er keine Angaben. Die zusammen mehr als 800 Filialen erwirtschaften einen Jahresumsatz von 700 Mio. EUR. Die Gläubigerversammlung tagt heute in Ulm und wird wohl das Ganze absegnen. Die Schlecker-XL-Filialen werden umbenannt. Sie werden 'in den nächsten zwei bis drei Monaten' auf den Namen 'Ihr Platz' umgestellt.
© Südwest Presse 05.06.2012 07:45
707 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?