Ackermanns letzter Quartalsbericht

Mit einem von vielen Beobachtern als enttäuschend eingestuften Ergebnis hat die Deutsche Bank das letzte volle Quartal unter der Regie von Vorstandschef Josef Ackermann abgeschlossen. Der Nettogewinn schrumpfte von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund ein Drittel auf noch 1,4 Mrd. EUR, bedingt unter anderem durch Abschreibungen und die Vorsorge für Rechtsrisiken.

Während Ackermann angesichts der Lage auf den Finanzmärkten von einem 'soliden' Ergebnis spricht, reagierten Analysten und Börsianer enttäuscht. Sie hatten einen Gewinn von knapp 1,7 Mrd. EUR erwartet. Vor Steuern erreichte die Bank einen Überschuss von 1,9 Mrd. EUR, nach 3 Mrd. EUR im Vorjahresquartal. Das Ergebnis sei im europäischen Vergleich immer noch gut, hieß es gestern auch. Ackermann ist optimistisch: 'Die Deutsche Bank ist gut darauf vorbereitet, kommende Herausforderungen zu bewältigen und sich ergebende Chancen zu nutzen.'

In seinem letzten Brief an die Aktionäre bedankte sich Ackermann für deren Loyalität, Unterstützung und Zuspruch. Auch den Mitarbeitern zollt er Anerkennung für deren Einsatzbereitschaft. Es sei für ihn eine Ehre gewesen für die Bank zu arbeiten. Über seine beiden Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen verliert Ackermann in dem Brief kein einziges Wort. Sie übernehmen am 1. Juni das Ruder.
© Südwest Presse 27.04.2012 07:45
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