Industrie für flexibles Arbeitszeitmodell

Das Familienministerium und der DIHK wollen das Arbeiten von Zuhause voranbringen. Eltern sollen so Beruf und Familie besser vereinbaren können.. Die deutsche Wirtschaft und das Bundesfamilienministerium haben angesichts des Fachkräftemangels Leitsätze für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgelegt. Unternehmen müssten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen 'ein Gleichgewicht zwischen betrieblichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen' schaffen, erklärten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das Ministerium. Sie schlugen vor, das Arbeiten von zu Hause aus zu stärken.

Produktivität sei mehr, als nur an einem Arbeitsplatz präsent zu sein, hieß es in dem Positionspapier der gemeinsamen Initiative 'Erfolgsfaktor Familie'. Unternehmen müssten an einer Kultur arbeiten, welche die 'Ergebnisse in den Mittelpunkt' von Arbeit stelle und nicht, wie lange ein Beschäftigter an einem Arbeitsplatz präsent sei. Daneben sollten Unternehmen mobiles Arbeiten von unterwegs unterstützen. Auch solle Führungskräften die Vereinbarkeit von Familie und einer leitenden Stellung ermöglicht werden.

Termine in Unternehmen, bei denen die Anwesenheit von Mitarbeitern unabdingbar sei, sollten 'in der Zeit gesicherter Betreuung' von Kindern stattfinden. Daneben sollten Firmen respektieren, dass Beschäftigte zu bestimmten Zeiten wie etwa an Wochenenden nicht erreichbar seien. 'Nachhaltige Leistungsfähigkeit setzt Pausen voraus', heißt es in dem Papier.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann erklärte mit Blick auf den Fachkräftemangel und den an die Unternehmen abgegebenen Empfehlungskatalog, Deutschlands Firmen müssten 'alle Potenziale nutzen'. So gebe es 'viele gut qualifizierte Frauen, die wir noch besser ins Erwerbsleben integrieren' müssten. Neue Arbeitszeitmodelle seien 'hierfür ein Schlüsselinstrument'. Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Josef Hecken (CDU), erklärte, Deutschland brauche 'ein neues Verständnis von flexibler Arbeitszeitgestaltung'. Unternehmen, die sich darauf nicht einstellten, riskierten, weniger Fachkräfte zu bekommen, sagte Airbus-Geschäftsführer Joachim Sauer.
© Südwest Presse 24.04.2012 07:45
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