KOMMENTAR: Gute Arbeit

Fast könnte man mit Stefan Sommer tauschen wollen. Der designierte ZF-Chef sieht seine Herausforderungen unter anderem im Windkraft-Sektor. Aber nicht die prinzipielle Frage, ob der neue Bereich zum Automobilzulieferer überhaupt passt, treibt ihn um. Sondern, wie er am besten ins Unternehmen integriert wird. Also nichts Grundsätzliches steht bei ZF an, sondern Feinarbeit.

So ist China kein Problem, weil dort die Nachfrage geringer wird. Thema ist stattdessen die Positionierung auf einem Markt, der von Billig- und Premiumangeboten beherrscht wird. Selbst die USA scheinen sich gut zu entwickeln und werden mit neuen Getrieben beliefert.

Das bedeutet: Sein Vorgänger Hans-Georg Härter hat vieles richtig gemacht. In den Krisenjahren wurde nicht etwa gespart, was das Zeug hält, sondern investiert. Fachleute konnten so behalten und neue Produkte entwickelt werden. Das Unternehmen steht gut da.

Auch Sommer muss bislang gute Arbeit gemacht haben - sonst wäre er nicht in so kurzer Zeit so weit nach oben gekommen. Seine Bewährungsprobe kommt aber noch. Dann, wenn es gilt, Strategien und Produkte zu entwickeln, wenn wieder eine Krise die Branche erschüttert. Spätestens dann möchte man mit Sommer wohl lieber nicht mehr tauschen.
© Südwest Presse 29.03.2012 07:45
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