Hopp: Finanzamt schreckt Investoren ab

Unternehmer und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp hat gestern beim Besuch des Technologieparks in Tübingen den Abbau steuerrechtlicher Hürden für Risiko-Investments gefordert. Sie bremsten die Bereitschaft von Kapitalgebern, sich an privaten Forschungsunternehmen zu beteiligen. Demnach können Investoren Kapitaleinlagen steuerlich nicht abschreiben, wenn ein zweiter Investor einsteige, um die Firma in die Gewinnzone zu bringen. Die steuerrechtlichen Hindernisse schmälerten die Bereitschaft, Risikofinanzierungen zu tätigen.

Hopp finanziert in Tübingen seit 2005 die Biotechnologiefirmen Immatics und Curevac, die Impfstoffe zur Krebsbehandlung entwickeln. Die Unternehmen benötigen einen langen Atem. Frühestens in drei Jahren sei mit der Marktreife eines Nierenkrebs-Impfstoffs seiner Firma zu rechnen, sagte Immatics-Chef Haarpret Singh. Hopp hat sich bei insgesamt 16 biotechnologischen Startup-Unternehmen mit mehr als 500 Mio. EUR engagiert. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Hopp begleitete, versprach, die Steuerprobleme zu prüfen. Er zeigte sich irritiert darüber, dass das Land pro Jahr nur 4 Mio. EUR Wagniskapital einsetze. Das sei vergleichsweise wenig verglichen mit den Summen, die Leute wie Hopp einsetzten. Kretschmann will nach Wegen suchen, die Risiko-Investitionen des Landes zu erhöhen.
© Südwest Presse 10.03.2012 07:45
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