Arbeitszeitkonten sind wieder gut gefüllt

Die in der großen Finanz- und Wirtschaftskrise abgebauten Arbeitszeitpolster sind wieder gut gefüllt. Die Puffer hätten sogar schon annähernd das Vorkrisenniveau erreicht, teilte das Institut für Berufs- und Arbeitsmarktforschung (IAB) in Nürnberg mit. Im Krisenjahr 2009 waren in Deutschland die Arbeitszeitkonten je Arbeitnehmer durchschnittlich um 9,1 Stunden reduziert worden; nach dem Anstieg um 3,8 Stunden im Jahr 2010 kamen 2011 noch einmal 3,6 Stunden hinzu, wie eine Studienmitarbeiterin erläuterte.

Auch die durchschnittliche Jahresarbeitszeit hat laut IAB im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent zugenommen und fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Zum Anstieg trugen vor allem der Rückgang der Kurzarbeit, längere Arbeitszeiten, mehr Überstunden sowie der Aufbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten bei. Im Schnitt arbeiteten Vollzeit- wie Teilzeitkräfte rund 1330 Stunden, sieben mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der bezahlten Überstunden nahm 2011 wieder etwas zu; durchschnittlich arbeitete jeder Beschäftigte in Deutschland gegen Geld 0,94 Stunden pro Woche länger als vorgesehen. Das sind aufs Jahr gerechnet knapp zwei Stunden mehr als 2010. Die Zahl der Kurzarbeit lag im Jahresmittel bei 150 000 - nach 500 000 im Vorjahr. Pro Kurzarbeiter fielen im Schnitt knapp 40 Prozent der normalen Arbeitszeit aus.
© Südwest Presse 02.03.2012 07:45
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