KOMMENTAR: Besser auf Nummer sicher

Was Häuslebauer erfreut, wird für die Lebensversicherer zunehmend zum Problem: die niedrigen Zinsen in Deutschland. Sie sind nicht nur eine Folge der historisch geringen Zinsen der Europäischen Zentralbank, sondern auch der guten Beurteilung deutscher Schuldner, egal ob Staat oder Private.

Das kann auch dem normalen Bürger nicht egal sein. Denn es gibt hierzulande über 93 Millionen Lebensversicherungsverträge, - mehr als Bürger. Zumindest über die Riester-Rente bekommen auch viele kleine Leute diese Entwicklung zu spüren: Ihre Auszahlung droht deutlich geringer auszufallen, als sie bei Vertragsabschluss erhofft hatten. Zwar ist der Zinssatz immer noch deutlich höher als die Inflation. Aber die Tendenz geht nach unten.

Natürlich könnten die Lebensversicherer ausnutzen, dass Griechenland oder Italien viel mehr Zinsen zahlen. Aber sie müssten das mit einem deutlich höheren Risiko bezahlen, dass sie eines Tages einen erheblichen Anteil ihrer Anlagen verlieren. Es ist gut, dass die Branche bei ihren Kapitalanlagen sehr vorsichtig vorgeht - ein Stück weit freiwillig, aber auch aufgrund gesetzlicher Vorschriften. Denn letztlich legen sie das Geld ihrer Kunden nur treuhänderisch an. Da verbietet sich jede Zockerei mit hohem Risiko. DIETER KELLER
© Südwest Presse 18.11.2011 07:45
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