Ex-Vorstand von Siemens muss vor Gericht

In der Aufarbeitung des milliardenschweren Schmiergeldskandals bei Siemens muss sich jetzt erstmals auch ein früherer Zentralvorstand des Konzerns vor Gericht verantworten. Die Hauptverhandlung gegen den 50-jährigen Thomas Ganswindt soll am 11. Januar beginnen, teilte das Oberlandesgericht München mit. Dem Ex-Manager wird Steuerhinterziehung und eine vorsätzliche Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen.

Ganswindt war von 2004 bis 2006 im damaligen Zentralvorstand des Elektrokonzerns für den Telekommunikationsbereich zuständig, in dem der Skandal seinen Anfang genommen hatte. Bei Siemens sollen über Jahre hinweg rund 1,3 Mrd. EUR in dunkle Kanäle geschleust und zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt worden sein.

Ganswindt ist der bisher höchstrangige Manager, der in München deshalb vor Gericht kommt, zuvor wurden bereits mehrere seiner früheren Mitarbeiter zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft München wirft Ganswindt vor, von dubiosen Zahlungen in Nigeria und Russland gewusst und diese nicht entsprechend geahndet zu haben.

Ganswindt und den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger hat die Staatsanwaltschaft bereits im Januar in einem Zivilverfahren auf die Zahlung von 20 Mio. EUR verklagt, weil sie sich weigerten, Schadenersatz zu leisten. dpa
© Südwest Presse 29.12.2010 07:45
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