Schäuble gegen Aufstocken des Rettungsfonds

Bundesfinanzminister Schäuble hält nichts von einer Aufstockung des Euro-Rettungsfonds. Bundesbankpräsident Weber hatte sie ins Spiel gebracht.Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt Vorschläge ab, den Euro-Rettungsfonds auf bis zu 1,5 Billionen EUR aufzustocken. 'Ich halte von den Forderungen gar nichts', sagte der CDU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Der aktuelle Umfang des Rettungsschirms von 750 Mrd. EUR sei ausreichend.

An den Finanzmärkten herrscht nach dem Hilfsantrag Irlands mit Blick auf die Euro-Sorgenkinder Portugal und Spanien weiter Unruhe. Die spanische Regierung versicherte jedoch, keinen eigenen Antrag stellen zu wollen. Die Bundesregierung betonte, es werde kein Druck auf Portugal ausgeübt, die Hilfen in Anspruch zu nehmen.

'Es wird derzeit unheimlich viel spekuliert, und da gewinnen auch ganz abseitige Äußerungen plötzlich eine Bedeutung und verunsichern die Märkte, und das schafft zusätzliche Unruhe', sagte Schäuble. Im Fall Irland könnten die konkreten Maßnahmen bis Anfang kommender Woche beschlossen werden. Erwartet wird, dass Irland 85 Mrd. EUR aus dem Rettungsschirm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) erhält.

Aus EU-Kreisen verlautete, die Finanzminister wollten am Sonntag am Telefon darüber entscheiden. Zudem werde mit Hochdruck an Vorschlägen für einen dauerhafte Krisenregelung nach Auslaufen des Rettungsschirms Mitte 2013 gearbeitet, betonte Schäuble. Diese könnten beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 16. und 17. Dezember konkretisiert werden.

An den Märkten ist das Thema Irland abgehakt. Anlass für die Nervosität dürfte nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Thomas Mayer, die Lage in Portugal sein. 'Ich fürchte, momentan schauen die Märkte vor allem auf Portugal.' dpa
© Südwest Presse 27.11.2010 07:45
694 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?