Finanzaufsicht bemängelt Bilanzfehler

Der tief in der Krise steckende Bezahlsender Sky Deutschland hat Ärger mit der Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat nach ihrer Einschätzung Fehler in mehreren Konzernabschlüssen und -lageberichten des Unternehmens festgestellt. Das gab das Unternehmen, das früher unter Premiere firmierte, in einer Pflichtmitteilung bekannt. Die Bafin prüft den Fall seit längerem und hatte im April 2009 ein offizielles Verfahren eingeleitet. Unter anderem wirft die Aufsichtsbehörde dem Sender vor, seine Abonnentenzahlen für 2007 und 2008 um jeweils mehr als 600 000 Kunden zu hoch angesetzt zu haben. Zudem habe der Konzern in seinen Geschäftsberichten nicht ausreichend auf Risiken hingewiesen.

Das damalige Premiere hatte bereits 2008 - kurz nach dem Einstieg des Großaktionärs Rupert Murdoch - eingestanden, deutlich überhöhte Abozahlen genannt zu haben. Das Geständnis hatte damals unter anderem den Finanz- und dem Vertriebsvorstand den Job gekostet. Seither ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München in dem Fall.

Mit Anlegern, die nach Bekanntwerden der geschönten Abozahlen 2008 geklagt hatten, habe sich der Sender außergerichtlich geeinigt, sagte ein Sky-Sprecher und bezifferte das Volumen der Übereinkunft auf 14,5 Mio. EUR. Dennoch gebe es das Risiko möglicher Schadenersatzforderungen Dritter hin. dpa
© Südwest Presse 24.11.2010 07:45
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