KOMMENTAR: Autohaus hat sich überholt

Die Autobranche wird noch viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte wachsen. Das Auto bleibt Mittelpunkt der Mobilität. Alles in Butter also? Nicht unbedingt für die Händler: Auf Verkäufer kommen große Änderungen zu. Das Autohaus hat sich wohl bald überholt. Wenn Mobilitätskonzepte wie von Peugeot oder Car-Sharing-Modelle á la Car2Go Schule machen, muss der Autohändler mehr sein als ein guter Verkäufer. Schon heute kommen Interessenten in die Autohäuser, die durch Internet und Fachzeitschriften besser informiert sind, als die Händler selbst.

Mobilitätslösungen werden gefragt sein, der Händler muss diese managen können. Und das nicht von einem Autohaus im Industriegebiet aus: Wer einen Elektroroller mieten möchte, will dafür nicht erst in die Randbezirke der Stadt fahren. Innenstädtische Lösungen sind gefragt, die glänzenden Showrooms müssen ins Internet umziehen.

Aber vielleicht ist diese Entwicklung auch eine Chance. Denn die Autobranche wächst derzeit im Ausland, nicht in Deutschland. Direktgeschäfte von Flottenkunden und neue Marktteilnehmer durch Elektromobilität erzwingen eine andere Funktion des Händlers. Es wird einen Wettlauf um Kunden geben, die mobil sein wollen. Der Verkauf von Autos wird nur noch eine Aufgabe von vielen sein. THOMAS VEITINGER
© Südwest Presse 22.10.2010 07:45
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