RANDNOTIZ: Geld oder Zitronensäure?

Nichts ist spannender als Wirtschaft - sagen jene, die von der Sache ein bisschen was verstehen. Wie viele mögen das sein, ist für sie eine spannende Frage, auf die es jetzt eine Antwort gibt. In einer repräsentativen Umfrage geben 14 Prozent der Deutschen sich im Fach Wirtschaft die Note 'gut' oder 'sehr gut'. Oha, was haben wir hier vor uns: Selbstbescheidenen Realitätssinn, wie er selten vorzufinden ist? Oder sind unter den 14 Prozent die Aufschneider immer noch in der Überzahl?

So lange Wirtschaftswissen nicht grundschulisch vermittelt und pisatauglich abgefragt wird, werden die wirklichen Werte im Dunkeln bleiben. Es deutet aber manches darauf, dass des Deutschen Interesse sich zwar nicht nur auf die Wirtschaft als gastronomische Einrichtung (ewig alter Scherz) erstreckt, aber nicht weit über den eigenen Geldbeutel hinaus geht. Wie viel dort drin ist, ist für geschätzte 95 Prozent hochinteressant. Bei der näheren Erörterung, wie und warum es dort hineinkommt, tun sich aber Abgründe der Unkenntnis auf.

Ein bisschen bedauerlich ist das schon. Wer gern Geld hat, sollte neugieriger darauf gemacht werden, woher es kommt. Oder ist der Zitronensäurezyklus, mit dem Schüler malträtiert werden, so viel wichtiger? Den kennen garantiert nicht mal 1,4 Prozent. HELMUT SCHNEIDER
© Südwest Presse 03.09.2010 07:45
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