Solarenergie: Wenig Leistung, viel Vergütung

Die Zahl der Solaranlagen auf deutschen Dächern ist rasant gestiegen. 2009 erhöhte sich laut Bundesnetzagentur die installierte Leistung der Photovoltaik-Anlagen um über 60 Prozent auf 9,8 Gigawatt. Drastisch war die Zunahme im vierten Quartal 2009 mit einem Plus von 2,3 Gigawatt, was etwa der Leistung von zwei modernen Atomreaktoren entspricht.

Dennoch ist die Stimmung in der Regenerativen Energiewirtschaft katastrophal. Der Geschäftsklima-Index der Branche fiel im März auf ein Sechs-Jahres-Tief. Denn die Branche steht unter Druck. Zum einen sind im vergangenen Jahr die Preise für Solarmodule eingebrochen. Zudem befürchten die Hersteller einen Nachfragerückgang wegen der sinkenden Vergütungen für Erneuerbare Energien.

Von den rund 9 Mrd. EUR an Vergütungen, die 2008 gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gezahlt wurden, gingen 25 Prozent an die Betreiber von Solaranlagen. Dabei entfielen nur 18 Prozent installierten Leistung und 6 Prozent der eingespeisten Strommenge auf die Sonnenenergie. Auf die Windkraft entfielen 67 Prozent der installierten Leistung und 57 Prozent der eingespeisten Strommenge, aber nur 29 Prozent der Vergütungen. Biomasseanlagen machten 10 Prozent der Leistung aus, produzierten aber 30 Prozent des eingespeisten Stroms und erhielten 30 Prozent der Vergütungen. dpa
© Südwest Presse 10.04.2010 07:45
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