Inbegriff des Filzmarkers

Der Edding ist 50 Jahre alt - Firmengründer haben sich zurückgezogen
  • Firmenmitgründer Volker Ledermann (rechts) und sein Sohn Per posieren mit einem übergroßen Edding. Foto: dpa
Vor 50 Jahren begannen Carl-Wilhelm Edding und Volker Ledermann mit dem Vertrieb der Filzmarker in einem Keller in Hamburg. Heute gibt es 200 verschiedene Edding-Stifte - auch für Ärzte und Schlachter.Was Tempo für Taschentücher und Aspirin für Kopfschmerztabletten bedeuten, ist Edding für Filzstifte - und das seit 50 Jahren. Im Frühjahr 1960 kam der erste Filzmarker, der 'edding No. 1' auf den deutschen Markt. 'Wir hatten eine Schreibmaschine, 500 Mark Startkapital und einen Kellerraum in Hamburg-Barmbek', erinnert sich Firmenmitgründer Volker Ledermann.

Den Grundstock hatte zuvor sein Schulkamerad Carl-Wilhelm Edding gelegt. Der junge Hamburger arbeitete damals bei einem japanischen Konzern und versuchte nebenberuflich allerlei Produkte aus Fernost wie Batterien, Seide und Pinsel zu verkaufen.

'Eines Tages zog ein japanischer Geschäftsfreund einen handlichen Filzschreiber aus der Tasche', erinnert sich Edding. Er habe sofort eine Bestellung nach Japan geschickt und einen Satz dieser Stifte angefordert. Gemeinsam mit Ledermann gründete er die Firma 'Edding & Co'. Vom Kellerbüro aus wurden die Filzmarker vertrieben. 'Es ging sehr schnell aufwärts, jeder wollte so ein Ding haben', sagt der heute 79-Jährige. Inzwischen arbeiten knapp 600 Mitarbeiter in dem börsennotierten Unternehmen, mehr als 200 Mio. Marker werden jährlich hergestellt.

Der Namensgeber verließ die Firma vor 25 Jahren. 'Heute würde man das Burn-Out nennen - ich hatte einfach keine Lust und keine Kraft mehr', sagt Edding. 'Ich habe mich in der kaufmännischen Welt nie wohl gefühlt, dann kamen noch die Computer dazu und alles wurde noch fremder für mich.' Der Vater zweier Töchter nahm sich eine Auszeit, segelte ein Jahr lang allein um die Welt.

Unterdessen baute Ledermann das Unternehmen aus. Die Firma hatte ihren Hauptsitz ins schleswig-holsteinischen Ahrensburg verlegt und ging 1986 an der Börse. Sechs Jahre später eröffnete eine eigene Produktionsstätte in Bautzen (Sachsen). 2005 zog sich auch der zweite Firmengründer zurück und übergab seinem Sohn Per Ledermann die Geschäfte.

'Das heutige Sortiment umfasst rund 200 verschiedene Produkte - ob für Holz, Stahl, Gummi, Glas oder Fugen', erklärt der 34-Jährige. Manch ein Spezialstift wurde aber erst über Umwege entdeckt: Ein Marker für Schlachter war zunächst ein Flop. Da der Stift sich aber auch für menschliche Haut eignet, wird er heute von Ärzten vor Operationen oder bei Allergietests eingesetzt. Oder der edding 8040, ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt, war auch zufällig der erste Stift, der permanent auf CD-Rohlingen haftete.

Neben Stiften entwickelt das Unternehmen auch Präsentationstafeln und Flipcharts. 'Das größte Wachstum erzielen mittlerweile eBoards, interaktive Tafeln, auf denen das Geschriebene für den Computer digitalisiert wird', erklärt der Chef. 2008 lag der Umsatz des Konzerns bei 114 Mio. EUR und der Gewinn bei 7,3 Mio. EUR. dpa
© Südwest Presse 07.04.2010 07:45
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