Kfz-Versicherung wird wohl teurer

Rückversicherer Munich Re mit Gewinnsprung
Autofahrer müssen sich auf höhere Beiträge zur Kfz-Versicherung einstellen. Darauf hat gestern der Münchner Rückversicherer Munich Re hingewiesen.Die Münchener Rückversicherung Munich Re hat ihren Gewinn im Krisenjahr 2009 überraschend um 1 Mrd. EUR auf 2,56 Mrd. EUR erhöht. Die Schäden aus Naturkatastrophen seien ungewöhnlich gering gewesen, und die Kapitalmärkte hätten sich schneller erholt als erwartet, erklärte Finanzvorstand Jörg Schneider. Für das laufende Jahr sagte er ein schwächeres Ergebnis voraus: 'Mindestens 2 Mrd. EUR wollen wir erreichen.' Weil die Preise in der Rückversicherung sinken, werde bei normalen Schadenslasten weniger übrig bleiben.

Aber nach dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 'sind wir mit dem Jahresabschluss sehr zufrieden', betonte Schneider. Der Gewinn übertraf die eigene Prognose und die Erwartungen der Analysten. Mit einer Dividendenerhöhung auf 5,75 EUR will die Munich Re 1,07 Mrd. EUR - also den gesamten Gewinnzuwachs - an die Aktionäre ausschütten. Die Rückversicherungs-Sparte habe ein 'sehr gutes Ergebnis, begünstigt durch Mutter Natur' erzielt, sagte Schneider. Die Schadenslast bei Naturkatastrophen war so gering, dass die Schaden-Kosten-Quote sich auf insgesamt 95,3 Prozent verbesserte. Je weiter diese Quote unter 100 Prozent liegt, desto profitabler arbeiten Versicherer.

Im Jahr 2010 rechnet die Munich Re aber wieder mit dem üblichen Durchschnittswert von 98 Prozent. Zugleich 'müssen wir uns ein, zwei Jahre noch auf Druck auf die Preise einstellen', sagte Rückversicherungs-Vorstand Torsten Jeworrek. Bei den jüngsten Vertragsverhandlungen über Schaden-Unfall-Versicherungen im Volumen von knapp 8 Mrd. EUR musste die Munich Re deshalb bereits deutliche Abstriche machen: Weil der Konzern bei seinen Preisen hart blieb, sprangen viele Kunden ab, die betreffenden Beitragseinnahmen schrumpfen um 6,7 Prozent.

Schlechte Nachrichten hatte Schneider für Autofahrer: Der Preiskampf in der deutschen Kfz-Versicherung werde zu Ende gehen, mehrere Anbieter planten Preiserhöhungen. 'Der Markt braucht 5 Prozent Preiserhöhung, um wieder auskömmliche Raten zu haben.'.

Die Bruttobeiträge der Munich-Re-Gruppe stiegen 2009 um fast 10 Prozent auf 41,4 Mrd. EUR. Ursache waren Großverträge mit Lebens- und Krankenversicherungskunden sowie die Konsolidierung des übernommenen US-Versicherers Hartford. apn
© Südwest Presse 03.02.2010 07:45
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