Heizölpreis dürfte bei 60 Cent stabil bleiben

Tanks rechtzeitig vor dem Winter gefüllt
Die meisten Ölheizungsbesitzer im Südwesten haben für die aktuelle Heizperiode große Ölvorräte angelegt - der günstige Preis beförderte das.Kaltsitzer - also Menschen, die ihren Ölvorrat buchstäblich bis auf den letzten Tropfen verheizen und erst neu bestellen, wenn die Wohnung kalt ist - gibt es diesen Winter fast keine. Die meisten Besitzer einer Ölheizung haben frühzeitig vorgesorgt. 'Man konnte sich vergangenes Jahr zu relativ günstigen Preisen eindecken', sagt der Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), Hans-Jürgen Funke, 'viele Verbraucher haben sich das zunutze gemacht.' Die Tanks sind gut gefüllt, die Vorräte so groß wie seit zehn Jahren nicht mehr. Deshalb müssen die Ölhändler trotz frostiger Temperaturen nur selten zu Noteinsätzen ausrücken.

Auch wenn Preisprognosen in diesem Wirtschaftszweig schwierig sind, wagt Funke doch eine Aussage fürs erste Halbjahr: 'Der Preis dürfte stabil bleiben.' Also bei rund 60 Cent - aktuell kostet der Liter Premium-Heizöl bei Abnahme von 3000 Litern 62 Cent. Über das ganze Jahr gesehen rechnet man im VEH damit, dass sich der Preis innerhalb einer Spanne von 55 bis 70 Cent bewegen wird. Gemessen an zurückliegenden Schwankungen von 98 Cent (Höchstpreis 2008) bis 50 Cent (bester Preis 2009), dürften sich die Ausschläge dieses Jahr also in Grenzen halten. Die Prognosen stehen wohlgemerkt unter dem Vorbehalt, dass die Weltkonjunktur sich auf mäßigem Niveau bewegt und der Preis auch von Spekulanten nicht nach oben getrieben wird.

Die Ölheizung ist noch weit verbreitet: Es gibt rund eine Million davon in Baden-Württemberg und diese Zahl bleibt trotz des Vormarschs regenerativer Energieträger relativ konstant, berichtet Funke. Die Menge verbrauchten Öls indes nimmt ab. Dies rührt daher, dass vielerorts die vorhandene Ölheizung mit neuen Technologien kombiniert wird. Funke: 'Die Ressource Öl könnte noch mehr geschont werden, wenn alte Anlagen durch moderne ersetzt würden.'

Nur 15 Prozent der Ölheizungen entsprechen dem Stand der Technik, berichtet der Verbandsvertreter. Dabei sei hier das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Modernisierung besonders günstig. Anders ausgedrückt: Mit dem gleichen Geldbetrag könne man bei der Modernisierung von Ölheizungen mehr Primärenergie einsparen als mit einer Investition in regenerative Energien.
© Südwest Presse 22.01.2010 07:45
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