Arbeitsmarkt federt bisher Flaute gut ab

Obwohl die Wirtschaft 2009 die schwerste Krise seit Jahrzehnten erlebt hat, ist der Arbeitsmarkt erstaunlich glimpflich davon gekommen. Zum Krisenauftakt im November 2008 waren 2,988 Millionen in Deutschland ohne Job. Ein Jahr später betrug diese Zahl 3,215 Millionen. Dieser vergleichsweise milde Verlauf ist nach Ansicht des Bundesagentur für Arbeit (BA) auch den Beschäftigten zu verdanken.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, die Arbeitnehmer hätten durch ihren Verzicht auf Lohn etwa zur Hälfte dazu beigetragen, dass 2009 weniger Menschen ihren Job verloren als zunächst erwartet. Durch Überstundenabbau, Kurzarbeit, eine Reduzierung der Wochenstunden und den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten habe jeder fest Angestellte 2009 im Schnitt 50 Stunden weniger gearbeitet als 2008. 'Die Krise wird an dieser Stelle von den Arbeitnehmern bezahlt, weil sie für diese Zeit auf Lohn verzichten', sagte Weise. Die übrigen 50 Prozent zur Abfederung der Krise gehen seinen Worten zufolge auf das Konto von Arbeitgebern und Bund.

2009 stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt den Hochrechnungen zufolge um etwas über 300 000 auf rund 3,5 Millionen. 2010 werden aber nach Experteneinschätzung einige hunderttausend Arbeitslose hinzukommen. Gleichwohl sei das angesichts der schweren Krise noch ein relativ moderater Anstieg, meinen die Fachleute. APD
© Südwest Presse 28.12.2009 07:45
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