Mini-Computer sind Renner zu Weihnachten

Im Südwesten sind die Händler mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Elektronikprodukte wie kleine tragbare Computer und Spiele waren gefragt.Die Bundesbürger setzen auch 2009 auf Spielzeug unter dem Weihnachtsbaum. 'Die Krise ist noch nicht im Kinderzimmer angekommen', sagte Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS). 'Schon jetzt gilt als sicher, dass wir mit einem Umsatzplus von bis zu 3 Prozent auf knapp 2,4 Mrd. EUR am Jahresende aussteigen.' Das klassische Spielwarensortiment profitiere sogar ein wenig von der Krise. Denn angesichts klammer Kassen blieben viele lieber zuhause und verbrächten ihre Zeit mit einem Gesellschaftsspiel - mit oder ohne Kinder.

So habe der Umsatz mit Brett- oder Kartenspielen im Spielwarenfacheinzelhandel zugenommen, obwohl die Geburtenrate nicht wesentlich gestiegen sei. 'Es wird also auch mehr für das einzelne Kind ausgegeben', sagte Fischel.

Das Weihnachtsgeschäft mit Elektronikprodukten hat die Erwartungen der Branche übertroffen. Der Präsident des Hightech-Verbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, erklärte, die Renner des Jahres 2009 seien intelligente Handys (Smartphones), kleine tragbare Computer (Netbooks), Abspielgeräte für den DVD-Nachfolger (Blu-ray-Player) und digitale Bilderrahmen. 'Bei diesen Geräten verzeichneten die Hersteller dreistellige Zuwachsraten bei den verkauften Stückzahlen.' Besonders gefragt sind Netbooks. Laut Bitkom hat sich der Absatz 2009 auf rund 2,5 Mio. Stück mehr als vervierfacht.

In Baden-Württemberg haben die Einzelhändler eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts gezogen. 'Die Händler haben ihre Vorjahreszahlen weitgehend erreicht und sind zufrieden', sagte ein Sprecher des Einzelhandelsverbands.

Die Stimmung sei allerdings nicht 'himmelhochjauchzend', denn große Zuwächse habe es in diesem Jahr nicht gegeben. Erst in den letzten zwei Wochen vor Weihnachten nahm das Geschäft auch dank der winterlichen Temperaturen an Fahrt auf. 'Der dritte Adventssamstag war sehr stark, der vierte hat das aber noch übertroffen', sagte der Sprecher.

Allerdings gab es konjunkturbedingte Unterschiede zwischen den Städten. In Regionen, wo Industriearbeitgeber dominieren, die infolge der Krise Kurzarbeit einführten oder bereits Stellen streichen mussten, seien die Konsumenten zurückhaltender. APD/ddp
© Südwest Presse 24.12.2009 07:45
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