KOMMENTAR: Überfälliger Schritt

Die Commerzbank hat die Dresdner Bank geschluckt, seit zehn Monaten ist die Übernahme unter Dach und Fach. Das wissen auch die Kunden. Also spazieren Dresdner Bank-Kunden in Filialen der Commerzbank, um dort ihre Bankangelegenheiten zu erledigen - etwa am Automaten Kontoauszüge zu ziehen. Denkste. Geht nicht, obwohl es doch eine Bank ist. Daher sind nicht nur der gestern präsentierte neue Namen und das neue Logo für die hierzulande neben der Deutschen Bank einzig verbliebene Großbank überfällig, sondern auch die Zusammenführung des Angebots.

Manche Kunden der Dresdner sollen schon verärgert sein. Die Gefahr droht, dass sie abwandern und andere Institute von den Problemen der Übernahme profitieren. Commerzbank-Chef Blessing ist gut beraten, nicht nur die interne, sondern auch die äußerliche Verschmelzung und das Aus für die Dresdner Bank schneller als geplant voran zu treiben. Das traditionsreiche Geldhaus ist längst Geschichte. Der Name wie auch die Schriftzüge an den Filialen und die Homepage gehören ins Museum. Neben die historischen Überbleibsel aus der einst gefeierten, doch grandios gescheiterten Übernahme der Dresdener Bank durch die Allianz. Die Kunden werden es der neuen Commerzbank danken. ROLF OBERTREIS
© Südwest Presse 29.10.2009 07:45
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