Was die drei Bewerber mit Opel vorhaben

Für Opel interessieren sich derzeit drei Bieter: der italienische Autokonzern Fiat, der kanadische Zulieferer Magna und der US-Investor Ripplewood. Die Bundesregierung will heute ihre Angebote überprüfen. Wegen eventueller Bürgschaften in Milliardenhöhe hat die Bundesregierung ein Mitspracherecht. Die Entscheidung trifft aber der von Insolvenz bedrohte Opel-Mutterkonzern General Motors. Das sind die Bewerbungsunterlagen:

Fiat: Fiat-Chef Sergio Marchionne will aus dem italienischen Autokonzern, Opel und Chrysler, an dem die Italiener seit kurzem beteiligt sind, einen Automobilkonzern von Weltrang schmieden. Sein Angebot: Integration von Opel in ein schuldenfreies Gemeinschaftsunternehmen mit Fiat; Streichung von weniger als 2000 Stellen an den vier deutschen Standorten; Übernahme der Pensionslasten in Höhe von 4 Mrd. EUR. Arbeitsrechtliche Bestimmung in Deutschland gelten weiter. Problem: Fiat und Opel überschneiden sich in ihrer Produktpalette

Magna: Der kanadische Autozulieferer Magna will gemeinsam mit der staatlich kontrollierten russischen Sberbank und dem russischen Autobauer Gaz in Russland künftig mehr als eine Million Kraftfahrzeuge verkauft werden. Das Magna-Angebot: Übernahme der vier Opel-Standorte; Abbau von höchstens 2500 bis 2600 Arbeitsplätzen, davon 2200 in Bochum; Kauf der Markenrechte von Chevrolet für Russland; Zulieferer sollen 20 Prozent an Opel halten und die Sberbank sowie der Mutterkonzern General Motors jeweils 35 Prozent übernehmen, 10 Prozent die Opel-Beschäftigten. Ripplewood: Über das Angebot des US-Finanzinvestors ist öffentlich am wenigsten bekannt. General Motors soll einen maßgeblichen Anteil an Opel und dem britischen Autobauer Vauxhall behalten; die amerikanische Beteiligungsgesellschaft soll ein Vermögen von knapp 3 Mrd. EUR besitzen. In Deutschland ist sie am Automobilzulieferer Honsel beteiligt. AP
© Südwest Presse 25.05.2009 07:45
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