Autoflaute schlägt auf Textilien durch

Auch die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie bekommt die weltweite Konjunkturkrise jetzt immer deutlicher zu spüren. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres brach der Auftragseingang bei den Textilunternehmen um 29 Prozent ein, bei den Bekleidungsunternehmen sogar um 37 Prozent, wie der Gesamtverband Textil + Mode mitteilte. Die inländische Produktion verringerte sich um rund 30 Prozent.

Angesichts des Absatzeinbruchs baut die Branche massiv Arbeitsplätze ab. Die Zahl der Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten verringerte sich um rund 8000 auf 89 000.

Der Einbruch bei den Auftragseingängen sei vor allem auf die schwächelnde Nachfragesituation vor allem auf den klassischen Exportmärkten zurückzuführen. Dabei werde den deutschen Herstellern ausgerechnet eine ihrer Stärken zum Verhängnis. Viele Unternehmen sind seit Jahren vor allem auf technische Textilien spezialisiert, die inzwischen rund 45 Prozent des Branchenumsatzes ausmachen. Doch die Nachfrage nach diesen Textilien leidet derzeit besonders unter der Konjunkturflaute. So schlägt etwa die Krise der Autoindustrie auf Hersteller durch. Aber auch die schwache Entwicklung des inländischen Konsums mache den Unternehmen zu schaffen. AP
© Südwest Presse 29.04.2009 07:45
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