Telefonieren verboten

2009 sind Gespräche mit alten schnurlosen Apparaten nicht mehr erlaubt
  • Telefone ohne Schnur sind praktisch. Etwa 300 alte Modelle sind allerdings von kommenden Jahr an verboten. Wenn damit aber keine Handys gestört werden, dürfen sie weiter benutzt werden. Foto: Erwin Wodicka
Gespräche mit alten schnurlosen Telefonen sind im kommenden Jahr nicht mehr zu empfehlen: Wer analog zuhause telefoniert, riskiert nicht nur schlechten Empfang, sondern auch eine saftige Strafe.Eigentlich ist Telefonieren im Inland ja sehr viel billiger geworden. Doch im neuen Jahr könnte ein Gespräch mit Tante Frida nochmal so richtig teuer werden. Mindestens 1000 EUR kann ein Plausch kosten - dann nämlich, wenn er über ein altes Gerät geführt wird: Analoge schnurlose Telefone sind vom 1. Januar 2009 an verboten.

Der Grund: Die Baureihen CT1+ und CT2 nutzen Frequenzen, die für den Mobilfunk freigegeben werden sollen. Wer im Haushalt also weiter alte Schnurlose benutzt, könnte dann Handynutzer stören. Meldet ein Mobilfunker seine Probleme, beauftragt die Netzagentur einen Funkmesswagen zur Störungssuche. Stellen die Spezialisten dann als Quelle ein veraltetes Schnurlostelefon fest, muss der Besitzer möglicherweise den Entstörungsaufwand und zusätzlich ein Bußgeld zahlen. 1000 bis 2000 EUR dürfte dies kosten, glaubt der Sprecher der Bundesnetzagentur, Rudolf Boll.

Doch dies wäre ein Extremfall. 'Wenn niemand gestört wird, kräht kein Hahn nach den Telefonen', sagt Boll. Und selbst wenn ein altes Telefon als Quelle für schlechte Gespräche ausgemacht werde, erfolge vor dem Bußgeld noch ein Hinweis, die Apparate nicht mehr zu benutzen, schränkt Boll ein. Doch auch die Handys können Störungen bei den heimischen Geräten verursachen. Wer also keinen Ärger riskieren will, sollte in jedem Fall ein aktuelles Gerät kaufen.

Ob das schnurlose Telefon eines der betroffenen 300 Modelle ist, lässt sich so ermitteln:

Wer die Bedienungsanleitung aufgehoben hat, kann darin nach dem Begriff CT-Standard suchen.

Eine andere Möglichkeit ist ein direkter Anruf beim Hersteller des Apparats.

Die Bundesnetzagentur informiert unter der Telefonnummer 030 22480500 über zulässige Geräte.

Zudem findet sich eine Liste der bald verbotenen Geräte im Internet (siehe unten).

Wer sich mit seinem Telefon immer weiter von der Basisstation entfernt, hört bei analogen alten Telefonen vor dem Abriss der Verbindung ein zunehmendes Rauschen; bei den erlaubten neueren digitalen ist das nicht der Fall.

Vorsicht ist auch bei Geräten geboten, die im Internet, auf Flohmärkten oder im Ausland gekauft worden sind. Dort werden - wohl auch noch in Zukunft - die von kommenden Monat an verbotenen Telefone angeboten. Möglicherweise lassen sich erst jüngst erstandene analoge Geräte ja noch gegen erlaubte Telefon mit dem so genannten DECT-Standard umtauschen. Eine Entschädigung gibt es laut Verbraucherschützer aber nicht.

Die erneute Vergabe von Frequenzen ist in Deutschland keine unübliche Methode. Frequenzen werden meist nur für einige Zeit vergeben und dann neu verteilt. Dies soll auch fortschrittlichere Technologien fördern.

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Eine Liste betroffener alter Telefone gibt es unter:

www.netzwelt.de/news/77820

Empfehlenswerte moderne schnurlose Telefone sind hier aufgeführt:

www.bfs.de/de/elektro/Strahlungsarme_Dect_Schnurlostelefone.html
© Südwest Presse 13.12.2008 07:45
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