Rettungsfonds hat Arbeit aufgenommen

Jetzt steht der Fonds zur Stabilisierung des Finanzsystems den Banken zur Verfügung. Das 21 Mitarbeiter starke Team nimmt ab sofort Anträge entgegen.Der fast 500 Mrd. EUR schwere Rettungsfonds zur Stabilisierung der deutschen Bankenbranche hat gestern offiziell seine Arbeit aufgenommen. 'Der Fonds steht, wir sind handlungsfähig', sagte der Vorsitzende des Leitungsausschusses des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), GüntherMerl. Es habe auch schon erste Gespräche mit interessierten Banken 'über die gesamte Angebotspalette des Fonds' gegeben. Er sei zuversichtlich, dass der Fonds eine Stabilisierung des Finanzsystems ermöglichen werde.

Bislang gelten lediglich drei Landesbanken als Anwärter auf die Unterstützung. Dies sind neben der bayerischen Landesbank Bayern LB die West LB und die HSH Nordbank. Große private Institute - für die die Annahme der Hilfe bedeutende Änderungen in der Geschäftspolitik und auch Entlohnung der Manager bedeuten könnte - haben bislang dagegen nicht signalisiert, dass sie frisches Eigenkapital vom Staat nehmen wollen.

Der vom Bundestag beschlossene Fonds kann zum einen Garantien für Schuldtitel übernehmen, um das Vertrauen an den Finanzmärkten zu verbessern. Dafür stehen 400 Mrd. EUR zur Verfügung. Daneben kann der Fonds sich aber auch an Banken direkt beteiligen und damit deren Eigenkapitalbasis verbessern oder - drittens - marode Anleihen aufkaufen. Für diese Instrumente stehen derzeit zusammen 80 Mrd. EUR zur Verfügung.

Der Fonds hat 21 Mitarbeiter vor allem aus der Bundesbank, die ab sofort Anträge annehmen. Auf Vorschlag des Leitungsausschusses des Fonds wird über Hilfen dann letztendlich vom Bundesfinanzministerium entschieden. 'Es ist eine Verpflichtung, die man angehen muss', sagte Merl zu seiner persönlichen Motivation, wenige Wochen nach seinem Eintritt in den Ruhestand den Fonds zu leiten. Der 62-jährige Merl war zuvor Chef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die bislang vergleichsweise gut in der Finanzkrise abgeschnitten hat. dpa
© Südwest Presse 28.10.2008 07:45
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