Stellenaufbau setzt sich fort

Arbeitslosenquote im August 7,6 Prozent - Leichter Anstieg im Land
Bundesweit hat sich die Entspannung am Arbeitsmarkt auch im August fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote ging auf 7,6 Prozent zurück. Im Südwesten erhöhte sich dagegen die Zahl der Stellensuchenden leicht.Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt weiterhin der Konjunkturflaute und zeigte auch im August keinerlei Abschwächungstendenzen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in dem Ferienmonat 3,19 Mio. Männer und Frauen ohne Arbeit; das sind 14 000 weniger als im Juli und 510 000 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang fiel damit etwas geringer aus als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,8 Prozent gelegen. Im Südwesten steig die Arbeitslosenquote dagegen leicht von 4 auf 4,1 Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht bislang noch keine 'konjunkturellen Bremsspuren' auf dem Arbeitsmarkt. 'Ich habe im Moment noch keine Hinweise, dass die Arbeitsmarktentwicklung nach unten geht', sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt.

Damit verlangsame sich zwar der Abbau der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2008, setze sich aber dennoch fort. Für 2008 rechnet die BA mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,43 Millionen. Knapp wird es die für Herbst vielfach prognostizierte Unterschreitung der Drei-Millionen-Marke bei der Arbeitslosenzahl. Dazu müsste innerhalb der nächsten zwei Monate die Zahl der Erwerbslosen um mehr als 200 000 sinken. Auch 2009 rechnet Alt mit einer weiteren Entspannung. Die Arbeitslosenzahl dürfte im Jahresdurchschnitt 2009 um weitere 40 000 bis 50 000 auf rund 3,38 Millionen sinken.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte, die jüngsten Arbeitsmarktdaten machten Mut und seien Ansporn, 'das Ziel Vollbeschäftigung fest im Griff zu behalten. Vollbeschäftigung ist möglich, wenn wir weiter das Richtige tun'. Aus diesem Grund müssten Bildung, Qualifikation und Ausbildung verbessert werden. Als Hinweis auf die unverändert robuste Arbeitsmarktlage wertet die BA auch das große Angebot an freien Stellen. Mit 419 000 bei den Arbeitsagenturen registrierten Stellen liege die Nachfrage im August in etwa auf dem Niveau der Vormonate. Auch die steigende Zahl der Erwerbstätigen bestärke die BA in ihrer Einschätzung. Sie lag im Juli mit 40,31 Millionen um 560 000 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm binnen Jahresfrist um 596 000 auf 27,45 Millionen zu.

In Baden-Württemberg ist die Arbeitslosigkeit ist im August dagegen erneut leicht gestiegen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte, waren 229 083 Menschen ohne Job - ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber Juli. Der Südwesten liegt damit nach Bayern bundesweit weiter auf Platz zwei in der Arbeitslosenstatistik. Das Nachbarbundesland verbuchte - bei 259 800 Stellensuchenden - ebenfalls einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Quote lag jedoch bei 3,9 Prozent.

'Wir haben es in den Sommermonaten mit einem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu tun', erklärte Behördenchefin Eva Strobel. Vor allem Jüngere drängten nach Abschluss ihrer Ausbildung im Sommer auf den Arbeitsmarkt. Dieser Trend zeige sich auch an einem deutlichen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, die im Monatsvergleich deutlich von 3,1 Prozent auf 4,0 Prozent zunahm. Erfahrungsgemäß schwäche sich die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen im Herbst aber wieder stark ab.

Insgesamt waren im August 27 152 der unter 25-Jährigen ohne Job - 29,1 Prozent mehr als im Juli. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent ist der Stadtkreis Pforzheim am stärksten von der Entwicklung betroffen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis wurden 2,3 Prozent und damit die wenigsten jugendlichen Arbeitslosen im Land gezählt. dpa
© Südwest Presse 29.08.2008 07:45
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