HINTERGRUND: Kein Preiskrieg der Discounter

Die Fusion von Plus und Netto zu einem neuen Discount-Riesen wird nach Expertenansicht keinen Preiskrieg im deutschen Lebensmittelhandel auslösen. 'Netto wird erst einmal damit beschäftigt sein, Plus zu integrieren', sagt der Discount-Experte des Marktforschungsunternehmens Planet Retail, Matthias Queck. Außerdem koste die Ladenumstellung viel Geld. Von dem Zusammenschluss Netto-Plus könnte sich am ehesten Lidl angegriffen fühlen, weil der zweitgrößte Discounter ähnlich wie Netto auch eine Reihe von Markenartikel in seinen Regalen führe. Aldi biete dagegen hauptsächlich 'No-Name'-Artikel an. Nach Einschätzung von Queck steigt die Einkaufsmacht der Netto-Mutter Edeka weiter deutlich.

Der Anteil der Discounter am Lebensmitteleinzelhandel werde mittel- bis langfristig von jetzt mehr als 40 Prozent Richtung 50 Prozent zunehmen. 'Die Discounter werden nach wie vor wachsen', betonte Queck. Selbst Lidl hat nach seiner Ansicht 'noch Platz für 1000 Filialen' in Deutschland. Das gelte erst recht für Netto, Penny und Norma. Lediglich Aldi stoße mit seinem dicht geknüpften Filialnetz von bundesweit 4200 Märkten an Expansionsgrenzen in Deutschland. Andere Handelsformate wie gerade SB-Warenhäuser auf der Grünen Wiese vor den Toren der Stadt hätten es dagegen schwer. dpa
© Südwest Presse 02.07.2008 07:45
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