Ölpreis verharrt auf hohem Niveau

Die erhoffte Signalwirkung des Öl-Krisengipfels an die Rohstoffmärkte ist trotz der angekündigten Ausweitung der Fördermengen ausgeblieben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl kletterte gestern an der New Yorker Handelsbörse auf 137,08 Dollar und lag damit 1,72 Dollar über dem Schlusskurs von Freitag. Öl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,64 Dollar auf 135,50 Dollar.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte, er erwarte von der beim Krisengipfel zugesagten Steigerung der Erdölförderung keine Entspannung auf dem Ölmarkt. Er glaube nicht, dass rasch größere Mengen an Erdöl zur Verfügung stünden. Dazu sei in den vergangenen Jahren zu wenig in die Erschließung von Ölfeldern und in Raffinerien investiert worden, meinte Glos.

Der Rohstoffexperte des Hamburgischen Weltwirtschafts Instituts, Klaus Matthies, hegt Zweifel, dass sich die Fördermenge des weltweit größten Anbieters Saudi-Arabien rasch spürbar ausweiten lässt. 'Ich sehe es eher als Bemühen, denn als ernsthafte Absicht, weil die Mittel fehlen.' Der RWE-Manager Fritz Vahrenholt sagte, beim nächsten Aufschwung werde der Ölpreis auf 250 Dollar steigen und der Benzinpreis in Deutschland dann 2,50 EUR pro Liter erreichen. Grund sei, dass die Ölfördermenge praktisch nicht mehr steigen kann. dpa
© Südwest Presse 24.06.2008 07:45
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