'Selbst über den Ausstieg entscheiden'

  • Jörg Hofmann, Chef der IG Metall im Südwesten, setzt auf Betriebsvereinbarungen zur Altersteilzeit.
Altersteilzeit soll es auch in Zukunft in möglichst vielen Betrieben geben, fordert Jörg Hofmann, Chef der IG Metall im Südwesten.Welche Ziele will die IG Metall mit einer Altersteilzeitregelung erreichen?

JÖRG HOFMANN: Wir verfolgen drei Ziele: Früher Übergang in den Ruhestand, wo dies gesundheitlich notwendig ist. Mehr Chancen für junge Leute auf Ausbildung und Übernahme und die Möglichkeit für Beschäftigte nach 30 oder 40 Jahren ohne große Einbußen über den Ausstieg aus dem Erwerbsleben entscheiden zu können.

Was stört sie an der Position von Gesamtmetall am meisten?

HOFMANN: Die Arbeitgeber wollen den Kreis der Anspruchsberechtigten extrem klein halten. In mehr als 90 Prozent der Metallbetriebe wäre dann Altersteilzeit nicht mehr möglich. Damit aber in möglichst vielen Firmen Betriebsvereinbarungen möglich werden, brauchen wir entsprechende tarifvertraglich abgesicherte Ansprüche.

Wie sieht in ihren Augen ein verhandlungsfähiges Angebot aus?

HOFMANN: Ein bisschen Bewegung gab es ja bereits mit der Option auf Betriebsvereinbarungen. Auch was die materielle Ausstattung betrifft, die dem derzeitigen Niveau entsprechen muss. Weiter strittig ist die Regelung von Ansprüchen auf Altersteilzeit, die alle Betriebe gleich betreffen.

Wie soll die neue Altersteilzeit finanziert werden?

HOFMANN: Wir streben eine solidarische Finanzierung an. Das ist am Ende eine reine Verhandlungsfrage.

Halten sie einen Abschluss bis Ende Juni mit den Arbeitgebern noch für möglich?

HOFMANN: Jetzt ist eine politische Entscheidung gefragt. Dann ist der Terminplan noch immer zu halten, denn es gilt ja nur eine bestehende Regelung weiterzuentwickeln.
© Südwest Presse 18.06.2008 07:45
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