US-Notenbank: Politik muss rasch helfen

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den Kongress wegen der Immobilien- und Finanzmarktkrise zu weiteren Hilfen aufgefordert. Besorgnis erregend ist nach Bernankes Einschätzung der deutliche Anstieg der Zwangsvollstreckungen, die in diesem Jahr einen neuen Rekordstand erreichen werden und eine wachsende Gefahr für die weltgrößte Volkswirtschaft darstellen. 'Die zunehmende Bedeutung des Preisverfalls am Häusermarkt' sei die treibende Kraft hinter dem steilen Anstieg der Zwangspfändungen. So kletterte während der ersten drei Monate dieses Jahres die Zahl der Zwangsversteigerungen um 112 Prozent. Da sich im Verlaufe von 2008 etwa 1,8 Mio. Hypothekendarlehen mit progressiv steigenden Zinssätzen verteuern werden, sei damit zu rechnen, dass sich der Trend weiter beschleunigt.

Ein neues Gesetz, so Bernanke, soll striktere Standards bei der Vergabe von Häuserkrediten vorschreiben. Nicht zuletzt sollten Banken verpflichtet werden, anstelle der Zwangsvollstreckung in verstärktem Maße mit Eigenheimbesitzern, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können, zusammenzuarbeiten. Ansonsten käme es nach Ansicht des obersten Währungshüters zu 'substanziellen Ansteckungseffekten', die die Finanzmärkte wie die Gesamtwirtschaft noch stärker als bisher treffen werden. dth
© Südwest Presse 07.05.2008 07:45
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