Wohngeld um 60 Prozent erhöht

Das Wohngeld steigt am 1. Januar 2009 um durchschnittlich 60 Prozent. Das beschloss gestern der Bundestag; die Zustimmung des Bundesrats gilt als sicher. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) rechnet damit, dass die Zahl der Empfänger von derzeit 690 000 auf 850 000 zunimmt, das Wohngeld im Schnitt von 90 EUR auf 140 EUR. Eine Familie mit zwei Kindern, die in einem 15 bis 30 Jahre alten Haus wohnt, kann mit 190 EUR statt heute 110 EUR rechnen, eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind mit 151 EUR statt 97 EUR.

Anspruch auf Wohngeld haben Alleinlebende heute, wenn ihr Einkommen maximal 830 EUR beträgt. Bei zwei Personen sind es 1140 EUR, bei vier Personen 1830 EUR. Diese Grenzen steigen um 10 Prozent, ebenso die Höchstgrenzen für die Miete, die sich nach dem Alter des Hauses und dem Mietniveau der Region richten. Neu ist der Heizkostenzuschuss von 24 EUR pro Monat, der für jede weitere Person um 6 EUR steigt.

In Baden-Württemberg dürfte die Zahl der 62 000 Wohngeldempfänger deutlich wachsen. Das Land rechnet mit einer Mehrbelastung von 30 Mio. EUR im Jahr; derzeit muss es 53 Mio. EUR aufwenden. Enttäuscht ist das Stuttgarter Wirtschaftsministerium, dass die Verwaltung nicht vereinfacht wird. Probleme bereitet insbesondere die Abgrenzung zum Arbeitslosengeld II. dik
© Südwest Presse 26.04.2008 07:45
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