Stratthaus lobt die LBBW

Jeden Tag neue Hiobsbotschaften aus der Bankenwelt - nur Stuttgart scheint eine Insel der Stabilität. Jetzt gabs im Landtag höchstes Lob für die öffentlich-rechtliche Landesbank LBBW. Während sich in Düsseldorf und München nahezu täglich neue Milliardenlöcher auftun, schreibt die LBBW schwarze Zahlen. Und kommt, so erwartet Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU), am Ende aus der Bankenkrise möglicherweise unbeschadet heraus, sofern sie nur derzeit miserabel bewertete Anleihen bis zum Ende der vorgesehenen Laufzeit halten kann. Dennoch fordern die Grünen gestern im Landtag andere Strukturen und Geschäftsmodelle. Ihr neuer finanzpolitische Sprecher Eugen Schlachter, selbst Vorstand einer Raiffeisenbank, verlangt nach einer einzigen, bundesweiten Zentralbank für die Sparkassen.

Damit rennt er bei Stratthaus (CDU) offene Türen ein. Für politisch wenig durchsetzbar hält der indes den Wunsch, auch die Landesbanken zu einem einzigen Institut zu fusionieren und an den bisherigen Standorten danach lediglich einzelne Finanzsparten anzusiedeln. Im Prinzip sind sich die Regierungsfraktionen einig, das System nicht zu verändern. 'Wir dürfen die Landesbanken nicht in Frage stellen', mahnt Michael Theurer (FDP) ebenso wie Stefan Scheffold (CDU): 'Die LBBW hat sich auch in einem schwierigen Umfeld behauptet'. Das erkennt auch die SPD an.

Welche Rolle spielt dabei die Politik? Keine entscheidende, sagt Stratthaus. Die LBBW sei ja deshalb so erfolgreich, 'weil wir uns aus dem operativen Geschäft raushalten.' Dies ist vor allem ein Kompliment an LBBW-Chef Siegfried Jaschinski, dessen autonomes Handeln beim Eigentümer, dem Land im Allgemeinen und Regierungschef Günther Oettinger im Besonderen, bisweilen Missfallen erregt. Jaschinski hatte, früher als alle anderen, eine Konzentration des öffentlich-rechtlichen Bankensektors angeregt. abö
© Südwest Presse 03.04.2008 07:45
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