WIRTSCHAFT / Ministerpräsident Oettinger sagt schwierige Zeiten voraus

Krise in den USA wird Deutschland erreichen

Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sieht auf Deutschland ab 2009 eine 'sehr schwierige wirtschaftliche Entwicklung' zukommen. 'Die besten Zeiten für den Arbeitsmarkt sind erreicht.'

Für seine düstere Prognose führte Oettinger gestern mehrere Gründe an: 'Die Zeichen mehren sich, dass sich die Krise in den USA ausweitet.' Weil es dort inzwischen Millionen überschuldeter Haushalte gebe, werde das zusammen mit dem teuren Euro Auswirkungen auf die US-Importe haben und damit negative Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft. Unter Druck gerate diese auch wegen der hohen Energie- und Rohstoffkosten, die vor allem aus der Nachfrage in Asien resultierten.

Sorgen machen dem Ministerpräsidenten aber auch innenpolitische Entwicklungen. So sehe er die Gefahr, dass die Tarifauseinandersetzungen zu lang und zu strittig geführt werden könnten. Zwar verdienten die Arbeitnehmer in diesem Jahr Lohnzuschläge, die 'deutlich' über dem Inflationsausgleich liegen müssten, das aber heiße dann im Ergebnis 'drei oder dreieinhalb Prozent und nicht vier oder fünf.' Ausdrücklich warnte Oettinger die Union vor 'ordnungspolitisch falschen Reformen.' So gefährde ein gesetzlicher Mindestlohn den Standort Deutschland.
© Südwest Presse 07.02.2008 07:45
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