NOKIA / Konzern bekräftigt trotz Rekordgewinn Schließung

'Sorry' nach Bochum

Nokia hat 2007 einen Rekordgewinn gemacht Trotzdem hält der Konzern daran fest, das Werk Bochum zu schließen. Deutschland sei für Nokia nicht konkurrenzfähig.Trotz eines Rekordgewinns von 7,2 Mrd. EUR hält der finnische Mobilfunk-Weltmarktführer Nokia an der geplanten Schließung seines Bochumer Handy-Werkes fest. Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo erklärte gestern: 'Leider sind die Kosten für Arbeit einschließlich Nebenkosten in Deutschland nicht konkurrenzfähig für die industrielle Massenfertigung von Nokia-Produkten.' Der Nokiachef hat sich für die Entscheidung zur geplanten Werksschließung entschuldigt: 'Ich will mich dafür entschuldigen, dass wir dazu kommen mussten, eine so schmerzliche Entscheidung zu treffen. Sie basiert aber auf soliden Argumenten.'

Die Aktionäre erhalten eine um 23 Prozent auf 0,53 EUR je Aktie gesteigerte Dividende. Insgesamt verkaufte man 2007 rund 437 Mio. Geräte, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit steigerte Nokia seinen Weltmarktanteil auf 40 Prozent. Die Umsatzrendite betrug im 4. Quartal stolze 15,9 Prozent.

Die Situation des Standorts Bochum sei schon seit mehreren Jahren geprüft worden. Kallasvuo betonte, er erwarte eine weitere Verschärfung des Wettbewerbsdrucks bei Mobiltelefonen. 'Es sichert die Zukunft unserer Investitionen, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität von Nokia erhalten', meinte Kallasvuo. Immerhin beschäftigt das Unternehmen weltweit 130 000 Menschen. Kallasvuo ist überrascht von den heftigen Reaktionen in Deutschland: 'Wir haben unsere Botschaft von Anfang an nicht gut vermitteln können.'

Der Manager signalisierte die Bereitschaft, sich den Ausstieg etwas kosten zu lassen. 'Diese Art von Lösung ist niemals billig, vor allem nicht in Deutschland', sagte er.
© Südwest Presse 25.01.2008 07:45
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