RENTE

KOMMENTAR: Unverzichtbares Ruhekissen

Nach jahrelangen Hiobsbotschaften kommen von der gesetzlichen Rentenversicherung endlich gute Nachrichten: Sie macht in diesem Jahr einen Überschuss von voraussichtlich 1,2 Mrd. Euro. Wer da gleich nach höheren Renten oder niedrigeren Beiträgen schreit, unterliegt der Faszination großer Zahlen: Angesichts von rund 230 Mrd. EUR, die allein in diesem Jahr die Rentenversicherung ausgibt, sind das ganze 0,5 Prozent. Es würde gerade mal ausreichen, um die Renten um 0,6 Prozent zu erhöhen oder den Beitrag um 0,1 Prozent zu senken.

Gerade die Rentner sollten froh sein, dass es Rentenerhöhungen nicht nach Kassenlage gibt, sondern nach einer festen Formel, auch wenn die schwer verständlich ist. Sonst wären ihre Bezüge nämlich in den letzten Jahren mehrfach gekürzt worden, als die Reserven in der schlechten Konjunktur ständig schmolzen und einmal sogar Rente auf Pump gezahlt werden musste.

In den nächsten Jahren dürfte die Rentenversicherung noch höhere Überschüsse machen, wenn sich die Konjunktur so positiv entwickelt, wie von der Bundesregierung erwartet. Das ist erfreulich - und gefährlich. Denn Milliarden in den Sozialkassen machen Politiker begehrlich und einfallsreich, gerade in Wahlkampfzeiten. Doch die Rentenversicherung warnt zu Recht: Der Beitragssatz darf erst gesenkt werden, wenn das Polster dick ist. Denn der nächste Abschwung kommt bestimmt.

© Südwest Presse 21.11.2007 07:45
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