KONJUNKTUR / Die EU-Kommission korrigiert ihre Prognose nach unten - Für Deutschland 2,1 Prozent Wachstum erwartet

Am Horizont ziehen Wolken auf

Die EU-Kommission hat angesichts des steigenden Ölpreises und anhaltender Turbulenzen auf den Finanzmärkten ihre Konjunkturprognose für die kommenden Jahre nach unten korrigiert. Die EU-weite Wachstumsrate von derzeit 2,9 Prozent werde in den Jahren 2008 und 2009 voraussichtlich auf 2,4 Prozent zurückgehen, heißt es im Herbstgutachten der Kommission. Für die Eurozone erwartet Brüssel eine Wachstumsrate von 2,2 Prozent im kommenden und von 2,1 Prozent im übernächsten Jahr.

'Am Horizont haben sich Wolken zusammengeballt', sagte EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia. Deshalb habe er die Vorhersage für 2008 gegenüber seiner Frühjahrsprognose um 0,3 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Die 'soliden ökonomischen Grunddaten' der europäischen Volkswirtschaften sollten eine weitere Abschwächung der Konjunktur verhindern, sagte Almunia.

Besorgt äußerte sich der auch für die Gemeinschaftswährung Euro zuständige Kommissar über die Inflationsentwicklung. In der Eurozone werde die Teuerungsrate 2008 voraussichtlich 2,1 Prozent erreichen. Deutliche Kritik übte er an Slowenien, das den Euro erst zu Beginn dieses Jahres eingeführt hatte und in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von 3,5 Prozent rechnen muss.

Für Deutschland erwartet die EU-Kommission 2008 eine Wachstumsrate von 2,1 Prozent. Brüssel ist damit optimistischer als der deutsche Sachverständigenrat, der vergangenen Mittwoch einen Rückgang des Wachstums auf nur noch 1,9 Prozent im kommenden Jahr vorhersagte.
© Südwest Presse 10.11.2007 07:45
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