DAIMLER / Zetsche spricht mit BMW und Fiat über Kooperationen

'Reden manchmal über Formel 1'

  • Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche (rechts) und der Japan-Chef des Stuttgarter Autoherstellers, Hans Tempel, bei der Asien-Premiere der neuen C-Klasse auf der Tokyo Motor Show. FOTO: dpa
Dieter Zetsche spricht mit BMW und Fiat über Kooperationsprojekte für die A- oder B-Klasse. Einen Zwang zur Zusammenarbeit sieht der Daimler-Chef aber nicht.Obwohl die neue Daimler AG derzeit 'sehr gut unterwegs' ist, wie Vorstandschef Dieter Zetsche vor Journalisten in Tokio bestätigte, dauern die Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern an. Man habe bereits eine Reihe von Gesprächen mit Wettbewerbern über eine mögliche Zusammenarbeit im so genannten C-Segment (A- und B-Klasse von Daimler) geführt. 'Bis heute hat es aber keine konkreten Ergebnisse gegeben', sagte Zetsche.

Einzelne Annäherungsversuche seien schon beendet worden. Das gelte aber nicht für die Kontakte mit BMW. Auch mit Fiat werde gesprochen. 'Wir reden manchmal sogar über die Formel 1', fügte er im Scherz hinzu. Solche Kontakte seien in der Branche 'durchaus üblich' und 'kein außergewöhnlicher Aspekt', meinte Zetsche am Rande der Tokyo Motor Show.

Daimler befinde sich dabei in einer komfortablen Lage. Angesichts der nach der Trennung von Chrysler hohen Eigenkapitalquote, der guten Ertragslage ('Wir werden unser Ziel 2007 von 7 Prozent Umsatzrendite deutlich übertreffen') und der starken Verkaufszahlen gebe es keinen Zwang zur Zusammenarbeit, die sich in erster Linie ohnehin nur auf die gemeinsame Entwicklung, Herstellung und Nutzung von Komponenten wie Motoren, Achsen oder Getriebe beziehe. Gemeinsame Plattformen für Fahrzeugmodelle bezeichnete er dagegen als 'hochgradig unwahrscheinlich'.

Schließlich werde man 'alles, was wir erreichen wollen, auch aus eigener Kraft' erreichen, machte Zetsche klar. Das Ausnutzen von Kostenvorteilen wäre daher nur ein Zusatznutzen. 'Wir sehen Perspektive und attraktives Wachstum für uns', betonte er und blieb bei seiner Zielvorstellung von rund 5 Prozent Wachstum im Jahr.

Zetsche bestätigte, dass es nach der Trennung von Chrysler neue Überlegung für die erst vor einem Jahr in Peking in Betrieb gegangene Fertigung für E-Klasse-Modelle, den Chrysler 300 C sowie den Mitsubishi Outlander, gebe. Das Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Partner in der Beijing Automotive Industrie Holding, der BAIC, soll neu geregelt werden. 'Es ist klar, dass wir unter den neuen Bedingungen das Geschäft auf eigene Rechnung machen müssen.' Wie das geschehen soll, werde gerade mit der chinesischen Regierung und Chrysler geklärt. Technisch ist die Produktion so aufgebaut, dass die Fahrzeuge der drei Hersteller getrennt gebaut werden können.
© Südwest Presse 25.10.2007 07:45
953 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?