SCHLECKER

Anzeige durch Gewerkschaft

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat nach eigenen Angaben in Böblingen Strafanzeige gegen die Drogeriemarktkette Schlecker wegen Behinderung der Betriebsratswahl eingereicht. Ein Sprecher sagte, seit mehrere Verdi-Mitglieder bei Schlecker in Stuttgart einen Wahlvorstand zur Durchführung der Wahl eines Betriebsrates gebildet hätten, werde von der Regionalleitung 'ein Klima von Angst und Verunsicherung verbreitet'. Laut Verdi sind in Stuttgart 16 fristlose Kündigungen von Schlecker bekannt geworden. In Böblingen seien es drei Kündigungen gewesen. Die Kündigungen richten sich nach Angaben der Gewerkschaft 'gegen Leute, die sich im Umfeld des Wahlvorstandes' befunden hätten.

Das Ehinger Unternehmen teilte mit, die im Bereich Böblingen und Stuttgart ausgesprochenen Kündigungen stünden in keinerlei Zusammenhang mit den gleichzeitigen dort stattfindenden Bestrebungen zur Bildung von Betriebsräten. Die Kündigungen beruhten ausnahmslos auf arbeitsvertraglichen Verfehlungen. Schlecker erinnerte daran, dass bereits 1995 mit der Gewerkschaftsseite ein vertragliches Einvernehmen über die Bildung von Betriebsräten erzielt worden sei. Derzeit existierten in 111 Bezirken Betriebsratsgremien. Schlecker ist Europas größte Drogeriemarktkette und betreibt allein in Deutschland 10 800 Filialen.
© Südwest Presse 17.10.2007 07:45
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