BUNDESBANK / Hypotheken-Auswirkungen noch unklar

Deutsche krisenfester

Selbst die Bundesbank rätselt über die Verwicklung deutscher Geldhäuser in die Hypothekenkrise. Sie sind aber nach ihrer Ansicht wieder deutlich krisenfester.Auch die Bundesbank rätselt darüber, wie massiv die deutschen Kreditinstitute von Krise im US-Hypothekenmarkt und den Turbulenzen auf dem Geldmarkt getroffen sind. Über das laufende Geschäftsjahr ließen sich wegen der 'schwer zu überschauenden Rückwirkungen der Probleme kaum Rückschlüsse gewinnen', heißt es im jüngsten Monatsbericht.

Dass es Auswirkungen gibt und die Erträge und Aufwendungen bei Kapitalmarkten getroffen werden, steht für die Bundesbanker wegen der Neubewertung der Risiken allerdings fest. Allerdings seien die Banken besser als noch in früheren Jahren auf die Krise vorbereitet. 'Da sie in den beiden Vorjahren in spürbarem Umfang Rücklagen aufgebaut haben, verfügen sie mittlerweile auch über eine gestiegene Risikotragfähigkeit.' Erst mit der Vorlage der Berichte zum dritten Quartal wird klar werden, wie deutsche Kreditinstitute betroffen sind.

Insgesamt verbuchten Banken und Sparkassen 2006 nach Angaben der Bundesbank einen Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 22,2 Mrd. EUR. Das waren allerdings rund 1,3 Mrd. EUR weniger als ein Jahr zuvor. Freilich hatte 2003 unter dem Strich sogar ein Verlust von 3,7 Mrd. EUR und 2004 nur ein Gewinn von 4,8 Mrd. EUR gestanden.

Großbanken scheinen zumindest mit Blick auf ihre Erträge ebenso wie die Landesbanken auf eine Krise vorbereitet. Bei Deutscher, Dresdner, Commerzbank und Co blieb 2006 nach Steuern ein Überschuss von insgesamt 6,6 Mrd. EUR hängen. Allerdings waren dies fast 4 Mrd. EUR weniger als 2005. Ursache waren laut Bundesbank geringere Gewinne im Eigenhandel, höhere Kosten und höhere Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen. Die von der US-Hypothekenkrise besonders betroffenen Landesbanken konnten dagegen deutlich zulegen. Der Gesamtgewinn verdoppelte sich 2006 nach Angaben der Bundesbank auf rund 5,1 Mrd. EUR.

Die Strukturbereinigung in der deutschen Bankenlandschaft hat sich 2006 weiter fortgesetzt. Die Zahl der Institute schrumpfte um 39 auf 2130, was vor allem auf Fusionen im Sparkassen- und Volksbanken-Sektor zurückzuführen ist. Fast 2900 Filialen wurden im vergangenen Jahr geschlossen. Ende 2006 gab es in Deutschland insgesamt noch gut 38 500 Filialen. Im Zuge der Konsolidierung wurden erneut 10 300 Stellen gestrichen. Ende 2006 waren bei Banken und Sparkassen noch 662 200 Menschen beschäftigt.
© Südwest Presse 18.09.2007 07:45
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