BETRUGSPROZESS / OLG bestätigt Landgericht

Betz bleibt in Haft

Wegen anhaltender Fluchtgefahr muss der Reutlinger Spediteur Thomas Betz auf Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart weiter in Untersuchungshaft bleiben.Nächste Woche sind es genau zwei Jahre, die der vor dem Stuttgarter Landgericht angeklagte Reutlinger Speditionsunternehmer Thomas Betz ununterbrochen in Untersuchungshaft verbringt. Auch die jüngste Beschwerde gegen die Fortdauer der Haft hat der 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts jetzt verworfen. In dem gestern veröffentlichten Beschluss vom 12. September wird ausgeführt, dass es für Betz einen 'starken Fluchtanreiz, insbesondere aufgrund der hohen Straferwartung und der drohenden finanziellen Konsequenzen' gebe. Auch die Verwurzelung der Familie in Reutlingen stehe dem nicht entgegen. Seit einem Jahr, bisher gab es 68 Verhandlungstage, wird dem Firmenchef der Prozess gemacht. Ihm wird in einer Vielzahl von Fällen Bestechung und Sozialversicherungsbetrug mit einem Schaden von etwa 50 Millionen Euro vorgeworfen.

Anfang Juli waren aufgrund anonymer Anzeigen Büros der Spedition durchsucht worden. Dabei ging es um den Verdacht der Nötigung von Mitarbeitern. Führungskräfte sollen 565 Beschäftigte veranlasst haben, ein Schreiben an Ministerpräsident Oettinger zu unterzeichnen, in dem um Haftverschonung gebeten wurde. Die bei der Razzia beschlagnahmten Unterlagen mussten auf Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart aber zurückgebracht werden.
© Südwest Presse 15.09.2007 07:45
656 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?