PLUS / Tengelmann will sich von Discount-Tochter trennen

Edeka und Rewe interessiert

Der Lebensmittel-Riese Tengelmann will seine Discount-Tochter Plus abstoßen. Nach Brancheninformationen sollen Rewe und Edeka Interesse haben.Bei Deutschlands drittgrößtem Discounter Plus stehen offenbar große Veränderungen ins Haus: Eine Sprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann bestätigte, dass der Plus-Mutterkonzern mit mehreren Unternehmen Gespräche über eine Partnerschaft bei dem Billiganbieter führe.

Eine Entscheidung über die Zukunft des drittgrößten deutschen Lebensmitteldiscounters soll bis Oktober fallen. 'Wir wollen Plus strategisch weiterentwickeln und so den langfristigen Erfolg des Unternehmens am Markt sichern. Darum sprechen wir mit potenziellen Partnern über eine unternehmerische Lösung', sagte Firmensprecherin Christa Golly. Nach Informationen des Branchen-Fachblattes 'Lebensmittel Zeitung' liefern sich die beiden größten deutschen Lebensmittelhändler Edeka und Rewe bereits einen Bieterwettstreit um das Deutschland-Geschäft von Plus. Beide Händler könnten mit einer Mehrheitsübernahme ihre jeweilige Discount-Tochter Penny beziehungsweise Netto deutlich näher an die beiden Marktführer Aldi und Lidl heranführen.

Das Fachblatt berichtete unter Berufung auf dem Unternehmen nahe stehende Kreise, die Verhandlungen seien bereits weit gediehen. Die Absicht der Inhaberfamilie Haub sei es, die unternehmerische Verantwortung abzugeben. Doch wolle die Familie nach derzeitigem Stand eine qualifizierte Minderheit behalten. Nach Informationen der Zeitung wird über das Plus-Auslandsgeschäft getrennt verhandelt. Hier gebe es neben der Rewe eine ganze Reihe weiterer Interessenten. Edeka verhandle darüber nicht.

Das Supermarktgeschäft von Kaiser's Tengelmann stehe dagegen derzeit offenbar nicht zum Verkauf, berichtete die 'Lebensmittel Zeitung'. Dies liege möglicherweise daran, dass Firmen-Patriarch Erivan Haub einen Verkauf aus emotionalen Gründen ablehne.

Plus erzielte im Geschäftsjahr 2005/06 mit 4064 Filialen einen Gesamtumsatz von 9,3 Mrd. EUR. Davon entfielen 6,7 Mrd. EUR auf die Geschäfte in Deutschland, 2,6 Mrd. EUR auf die Märkte im Ausland.
© Südwest Presse 15.09.2007 07:45
577 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?