NYCOMED

Konstanz hart getroffen

Der angekündigte Jobabbau beim Arzneimittelhersteller Nycomed nach der Übernahme der Altana Pharma ist unter Dach und Fach. Die Stellenstreichungen treffen vor allem den Altana-Stammsitz Konstanz. Über 600 der 930 Mitarbeiter, die das dänische Unternehmen bundesweit einsparen will, haben entweder selbst gekündigt oder sind gegen eine Prämie ausgeschieden. Etwa 100 Mitarbeiter wechseln in eine Beschäftigungsgesellschaft. Rund 100 weitere Jobs werden durch Altersteilzeit abgebaut. 34 Beschäftigte erhalten eine betriebsbedingte Kündigung und Abfindungen aus dem Sozialplan.

Allein in Konstanz, dem früheren Hauptsitz, werden 790 der insgesamt 1850 Arbeitsplätze eingespart, in erster Linie in der Forschung. Damit reduziert Nycomed die Belegschaft in Deutschland auf etwa 3000 Mitarbeiter. Weltweit sollen 10 Prozent der 12 300 Beschäftigten eingespart werden. Die Dänen hatten nach Abspaltung des Chemiegeschäfts vom Bad Homburger Altana-Konzern die Pharmasparte zu Jahresbeginn für 4,7 Mrd. EUR gekauft.

Nycomed strukturiert das Unternehmen um und bereitet es auf den Patentablauf 2009/10 des Altana-Kassenschlagers Pantoprazol vor. Das Magenmittel machte 2006 etwa die Hälfte des Umsatzes von 3,4 Mrd. EUR aus. Ein ähnlich erfolgversprechendes Präparat als Ersatz für Pantoprazol war bei Altana nicht in Sicht.
© Südwest Presse 08.09.2007 07:45
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