DAIMLER-CHRYSLER / Wegen später Rücktritts-Meldung

Zu Bußgeld verdonnert

Der Rücktritt von Ex-Vorstandschef Jürgen Schrempp hat für Daimler-Chrysler ein Nachspiel: Die Aufsichtsbehörde verdonnerte den Konzern zu einem Bußgeld.Die Finanzaufsicht Bafin hat gegen den Autokonzern Daimler-Chrysler wegen der Vorgänge beim Rückzug des früheren Vorstandschefs Jürgen Schrempp ein Bußgeld in sechsstelliger Höhe verhängt. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde. Die Aufsichtsbehörde geht davon aus, dass bei der Veröffentlichung der Führungspersonalie am 28. Juli 2005 die Pflichtmitteilung für die Börse zu spät veröffentlicht wurde.

Daimler-Chrysler habe inzwischen gegen den Bußgeldbescheid Einspruch eingelegt, sagte die Bafin-Sprecherin. Das Verfahren sei an das Amtsgericht Frankfurt abgegeben worden und die Sache müsse letztlich gerichtlich geklärt werden. Weder bei der Staatsanwaltschaft noch beim Amtsgericht Frankfurt sind die Akten zu dem Fall allerdings bislang angekommen.

Der Stuttgarter Konzern hatte den Führungswechsel erst nach der entscheidenden Aufsichtsratssitzung gemeldet. Führungskräfte waren über den Rückzug aber bereits zuvor informiert und hatten damit Insiderinformationen. Schrempps Rücktritt im Sommer 2005 hatte zu umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sowie der Bafin geführt.

Daimler-Chrysler hatte die Börse am 28. Juli 2005 mit der Ankündigung des Führungswechsels überrascht, was damals einen Kurssprung der Daimler-Aktie auslöst.

Eine Sammelklage von Anlegern wegen der ihrer Meinung nach verspäteten Mitteilung über den Schrempp-Rücktritt war im Februar 2007 vom Oberlandesgericht Stuttgart zurückgewiesen worden.
© Südwest Presse 08.09.2007 07:45
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