CARL ZEISS AG / Bundesministerin Annette Schavan eröffnet neue Vorführräume für Elektronenmikroskope

Ganz groß im winzig Kleinen

  • Elektronenmikroskope wie das Modell N-Vision 40 können die Kunden von Carl Zeiss jetzt in neuen Räumen in Ruhe testen. Firmenfoto
Carl Zeiss zeigt seine Elektronenmikroskope in neuen Räumen. Hier können die Kunden aus Industrie und Forschung die Geräte testen, mit denen sie später in eine mit bloßem Auge unsichtbare Welt eintauchen. Annette Schavan hat auch reingeschaut.Er ist klein. Sehr klein. Annette Schavans Kopf ist nur 12 Nanometer breit. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung sitzt vor einem Elektronenmikroskop und sieht ihr Porträt auf dem Bildschirm. Per Knopfdruck brennt ein Ionenstrahl ihr winziges Porträt auf eine Keramikscheibe.

Das Rasterelektronenmikroskop N-Vision 40, das Schavan mit einer Computermaus bedient, kann nicht nur kleinste Dinge sichtbar machen, sondern mit einem Ionenstrahl auch winzige Stücke aus kleinsten Teilen herausschneiden oder Ministerinnenporträts eingravieren.

Mit dem Knopfdruck hat Schavan (CDU) das neue 'Nanosolutions Center' der Carl Zeiss SMT AG in Oberkochen eingeweiht. In den Räumen präsentiert Zeiss ab sofort seine Elektronenmikroskope den Kunden. Die schauen gerne genau hin. Nicht nur beim Preis - das Modell N-Vision40 kostet rund 1 Mio. EUR - sondern besonders bei der Leistung der Geräte. Die stoßen in die kleinsten Welten vor.

'Mit den Mikroskopen können wir alles sichtbar machen, bis zum einzelnen Atom, kleiner geht es nicht', sagt Fabian Pérez. Der Physiker arbeitet im Vertrieb für die Nanotechnologie. Das griechische 'Nano' bedeutet Zwerg. Ein Nanometer (nm) ist ein Millionstel Millimeter. Könnte man ein menschliches Haar mit einem Durchmesser von 0,1 Millimeter 100 000 mal spalten, wären die einzelnen Fäden etwa 1 nm dünn. Zwölf dieser 100 000 Fäden wären so breit wie das eingravierte Porträt von Ministerin Schavan.

Zeiss, nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Nanotechologie, verkauft die Geräte vor allem an Kunden aus der Industrie. 'Hersteller von Computerchips können damit auch kleinste Produktionsfehler, etwa winzige Risse, sehen und ihre Produktion ändern und verbessern', sagt Pérez. Auch Autokonzerne legen Motorbauteile unter die Mikroskope aus Oberkochen und untersuchen sie auf Materialfehler. Im neuen Democenter gehen sie mit N-Vision 40 und dessen Schwestermodellen auf Probefahrt.

Den Tätern auf der Spur

Die Geräte sind auch bei der Polizei im Einsatz, die damit allerkleinste Spuren finden kann. Universitäten betreiben mit den Mikroskopen Grundlagenforschung.

Für die ist Annette Schavan verantwortlich. 'Wissenschaft und Wirtschaft gehören zusammen', sagt sie. In den Jahren 1987 bis 2004 habe das Ministerium Laser- und optische Technologien mit über 770 Mio. EUR unterstützt. Deutschland sei auf dem Gebiet Weltspitze. Einer von der Ministerin in Auftrag gegebenen Studie zufolge arbeiten in Deutschland über 100 000 Menschen in dieser Sparte.

BILANZ-INFO

Die Carl Zeiss SMT AG ist Teil der Carl Zeiss Gruppe. Mit 2400 Mitarbeitern hat der Nanotechnologie-Bereich im vergangenen Jahr 864 Mio. EUR umgesetzt, 31 Prozent mehr als 2005.
© Südwest Presse 08.09.2007 07:45
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